Sonntag, 4. August 2013

Ginger - erste Begegnung mit Colette Patterns

Mein letzter Post ist schon einige Zeit her, den Rock, den ich damals erwähnt habe, habe ich noch am gleichen Wochenende gesäumt und danach sogar einige Bilder geschossen, nur zum Schreiben konnte ich mich irgendwie nicht berappeln. Eine äußerst unglückliche Mischung aus wenig Zeit und keine Lust ließ meine Netzaktivitäten in letzter Zeit extrem reduzieren, so als würden die hohen Sommertemperaturen auch mein virtuelles Leben lähmen.

Vielleicht liegt das aber auch ein wenig an der Tatsache, dass zu dem Schnittmuster wahrscheinlich schon alles gesagt wurde, denn mein neuer Rock ist Ginger von Colette Patterns. Dank Julia, die mir netterweise das Schnittmuster geliehen hat, konnte endlich auch ich zum ersten Mal einen Colette Schnitt ausprobieren und das ist das Ergebnis.


Ich gehe davon aus, dass jede nähende Frau Colette Patterns kennt. Die retroangehauchten Colette Schnitte sehen sehr schön aus und obwohl nicht alle zu mir, meinem Alter und Lebensstil passen, einige würde ich gerne ausprobieren, den Beignet Rock zum Beispiel oder das schlichte Laurel Kleid, vielleicht mal sogar das raffinierte Crepe Wickelkleid und unbedingt die Clover Hose.

Die Anleitungen von Colette Patterns sind sehr gut und ausführlich, so hatte ich beim Nähen keine Schwierigkeiten. Ginger ist mit Sicherheit ein Schnitt, den auch Anfänger gut hinbekommen. Ich habe nicht viel ändern müssen. Einzig die Taillenlinie war bei mir nicht optimal und obwohl ich vorne schon einiges weggeschnitten hatte, liegt der Rock in der Taille vorne immer noch etwas höher als hinten, aber da das wirklich nicht viel ist, kann ich damit leben. Beim nächsten Mal würde ich an dieser Stelle noch etwas nachbessern.




Mein Ginger hat keine Naht vorne. Da ich das Muster des Jacquardstoffs nicht unterbrechen wollte, habe ich die vordere Rockbahn in einem Stück zugeschnitten und zwei Abnäher gemacht. Das war absolut unproblematisch. Anstelle eines nahtverdeckten Reißverschlusses habe ich einen seitlich verdeckten Metallreißverschluss eingenäht (die seltsamen Falten links und rechts des Reißverschlusses sind in der Realität gar nicht so ausgeprägt, die Knitterfalten sind aber echt :)). Obwohl der Baumwolljacquard recht dick ist, ist er trotzdem ziemlich durchscheinend also hat der Rock noch Futter bekommen.

Mit dem Säumen habe ich mir viel Zeit gelassen. Ich wollte gerne die Midilänge ausprobieren, war mir aber nicht sicher, wie mir solche Länge stehen wird. Letztendlich habe ich den Rock nach dem Motto "kürzen kann man immer" länger gelassen aber Mitte der Wade ist er doch nicht geworden. An echten Midi muss ich mich anscheinend langsam herantasten :).

Schönen, geraden Saum bei weiteren Röcken hinzubekommen finde ich schwierig. Wie macht ihr das? Benutzt ihr vielleicht einen Rockabrunder? Mich würde sehr interessieren wie gut ein Rockabrunder funktioniert und ob er wirklich hilfreich ist?

Kommentare:

  1. So elegant habe ich Ginger aber noch nie gesehen! Die Länge steht dir sehr gut, das sieht sehr edel aus. Midi wäre noch eine Handbreit länger, glaube ich. Ich wäre gespannt, wie das bei dir wirken würde - in einem weiten Rock in dieser Länge sah ich wie eine Mormonin aus, das hängt aber sicher auch sehr von Material und Farbe des Rockes ab - graues Leinen empfehle ich nicht.

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    1. Du hast vollkommen recht, Midi müsste noch länger sein. Diesmal habe ich mich noch nicht getraut, aber spätestens für den kommenden Herbst/Winter werde ich mir etwas in dieser Länge nähen.

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  2. Der Rock ist wunderschön geworden. Die Länge finde ich genau richtig, insbesondere in Kombination mit der Bluse.

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  3. Mir gefällt Deine Stoffwahl sehr, das Jacquardmuster macht Deinen Ginger sehr edel und doch vom weiten schlicht. Das Schnittmuster würde ich auch mal gerne ausprobieren. Ich habe das Crepes von Colette genäht, das kann ich mir auch gut an Dir vorstellen. Einen Rockabrunder besitze ich nicht, das scheint sehr nützlich zu sein. Den Saum nähe ich meist von Hand, so bleibt die Naht unsichtbar und ich kann schief zugeschnittene Stellen ausgleichen. LG

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  4. Wunderbar. Ein toller Schnitt und ein klasse Stoff.
    Sehr schick auch immer die Schuhe dazu.
    lg Monika

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    1. Diese Schuhe habe ich neuwertig in einem netten Secondhand Laden in Düsseldorf gekauft. Mir gefällt besonders, dass der Absatz tragbar ist.

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  5. Dein Ginger sieht so wunderbar elegant aus! Toller Stoff.
    Ich habe einen Rockabrunder und würde den auch nie mehr hergeben wollen. Allerdimgs wird der mit heller Kreide betrieben und man würde die Kreidelinie bei deinem Stoff nicht sehen. Es gibt sicher noch andere Kreidefarben, aber die Kreide möchte man bestimmt nicht in geschlossenen Räumen austauschen....Bei meinem letzten weißgrundigen Rock hat mir dann aber mein Sohn Nadeln auf Höhe des Kreideauslasses abgesteckt, das schien recht unkompliziert zu sein.
    LG
    Wiebke

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    1. Danke Wiebke. Ich habe schon oft überlegt, ob ich mir einen Rockabrunder zulegen soll, war mir aber nicht sicher, ob das tatsächlich funktioniert, oder ehe in die Kategorie "Spielzeug" gehört.

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  6. Ein sehr elegantes Ensemble! Mir gefallen Deine Stoffe und die Schnittwahl natürlich auch. Ich nähe minimalistisch, habe also keinen Abrunder. Mit den im Schnitt angegebenen Saumlinien komme ich immer zurecht, ggf. verkürzt oder verlängert. Ich denke, das ist im wesentlichen ein Problem, wenn der Rock ungleich hängt (ausgeprägte oder ungleichmäßige Körperformen). Viele Grüße! Uta

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  7. Ich bin immer wieder von Deinen Werken beeindruckt, ein wunderschöner Rock, der Dir ausgezeichnet steht:)
    gvlg Ursula

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  8. Genau wie Ursula oben: Bin wie immer überrascht udn beeindruckt. So richtig weiss ich nicht wie du das machst, das alles so besonders ausgewählt und elegant, und nach Designerklamotte aussieht. Schöne Fotos in der Abendsonne (?) sind das auch!
    Zum Thema Rockabrunder: Selbstverständlich habe ich einen Rockabrunder! Und ich wundere mich richtig, dass der hier unter den ambitionierten Nähbloggerinnnen (die übrigens meiner Meinung nach in den letzten paar Jahren immmer besser und besser geworden sind)scheinbar noch nicht Standard ist. So ein Rockabrunder ist doch keine grosse Anschaffung und Länge abpusten geht super schnell. Ich jedenfalls bin erstens schief und zweitens brauche ich hinten 2cm mehr Länge als vorne weshalb ich meinen Abrunder nicht missen möchte.

    Liebe Grüße
    Immi

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    1. Abendsonne im Zimmer, das zur Ostseite geht. Abends spiegelt sich manchmal die Sonne in Fenstern der Häuser gegenüber und scheint bei mir ins Zimmer :)

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  9. Ich kann mich den anderen Kommentatorinnen nur anschliessen: Dein ganzes Outfit wirkt sehr elegant und die Rocklänge finde ich sehr schön! Für den schlichten Rockschnitt ist der Jacquard in dem edlen Creme einfach perfekt!

    Mein Rockabrunder hat den letzten Umzug leider nicht heil überstanden und einen Neuen habe ich mir immer noch nicht zugelegt. Aber ich vermisse ihn schon hin und wieder, besonders bei etwas weiter ausgestellten Röcken oder Kleider im schrägen Fadenlauf. Diese Art der Kleidung kommt bei mir zwar nicht so oft vor, aber es erleichtert das Arbeiten ungemein und es wird auch wieder ein neuer Abrunder bei mir einziehen, diesmal dann aber in einer etwas stabileren Ausführung.

    Ganz liebe Grüsse von Sabine

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  10. Schön ! Einfach nur schön ! Genau die richtige Menge Eleganz und Lässigkeit , super Verarbeitung und eben typisch Yvonet ! Die Länge steht Dir übrigens ausgezeichnet , auch wenns nicht richtig midi ist - aber ich finde , da muss frau sowieso sehr persönlich entscheiden , an welcher Stelle der Saum endet . Ich hab übrigens auch keinen Abrunder , denke aber über den Kauf nach , obwohl ich bis jetzt noch nicht die Säume so richtig verhauen habe
    LG Dodo

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  11. @ alle die einen Rockabrunder haben/hatten/nutzen
    Muss ich beim Kauf auf etwas achten? Funktionieren die preiswerteren gleich gut wie die teuren?

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  12. Dein Rock gefällt auch mir sehr gut. Die Kombination aus Stoff, Rocklänge und Fotopräsentation ist großartig.
    Rockabrunder?
    Rockabrunder sind ein gutes Hilfsmittel für mich, nicht teuer aber hilfreich. Ich habe keine Ahnung ob mein Teil zu den teureren oder billigeren gehört hat. Ich habe ihn im Nähmaschinenzubehörgeschäft gekauft, da gab es keine Auswahl. Aber auch hier gilt vermutlich die Aussage, dass gute Werkzeuge das Handwerk erleichtern.
    Schönes Wochenende Mema

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