Samstag, 2. April 2016

Ran an die UFOs! - April: Schon wieder der Saum

Ich mag Laufsteg-Looks ins reale Leben zu übertragen. Stoffe auszusuchen, mit Schnittmustern zu experimentieren, zu überlegen, wie sich ein ausgefallener Designerentwurf im Alltag tragen lässt. Einige Sachen gelingen auf Anhieb, manchmal läuft nicht alles wie geplant.

Mein April UFO ist genau so ein Fall. Das Kleid hat seinen Ursprung im Sommer 2013, ganz genau in der Sommerkollektion von Preen. Inspiriert von der Kollektion, plante ich ein asymmetrisches Kleid, das ich aus unterschiedlichen Stoffen nähen wollte, die wie ein Patchwork arrangiert werden sollten.

Zuerst sah auch alles vielversprechend aus. Ich fand passende Stoffe und wählte als Basis für das Kleid ein Schnittmuster aus der italienischen Nähzeitschrift La Mia Boutique. Das genähte Probekleid passte einigermaßen gut. Von dem Schnitt war ich nicht 100%ig überzeugt, beschloss aber trotzdem das Schnittmuster zu verwenden. Auf dem Probekleid habe ich die zusätzlichen Schnittlinien gezeichnet und sie später auf das Schnittmuster übertragen. Dann habe ich das Kleid aus den richtigen Stoffen zugeschnitten und genäht. Und so sieht es jetzt aus:



Auf den ersten Blick nicht schlecht, oder? Doch bei näherem Hinsehen sieht man das Problem. Liegend sieht das Kleid unten einigermaßen gerade aus


aber angezogen zeigt sich ein ganz anderes Bild.


Ich habe versucht mir einzureden, dass mich das nicht stört, aber es ist gelogen. So gefällt mir das Kleid nicht und irgendwie muss ich den Saum gerade bekommen. Das Problem ist wahrscheinlich durch die schrägen Schnittlinien, die unterschiedlichen Stoffqualitäten und den schrägen Fadenlauf des Rocks entstanden. Noch weiß ich nicht, wie ich das lösen kann, aber ich werde versuchen mir eine Lösung zu überlegen.

Ist das erledigt, dann werde ich mir vielleicht noch die breiten Manschetten vornehmen. An sich finde ich sie superschön, nur leider habe ich sie mit falscher Vlieseline bebügelt und jetzt sind sie steif wie ein Brett und nicht gerade bequem.

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Die "Ran an die Ufos!"-Aktion geht also in die zweite Runde und ich bin gespannt, ob im April noch jemand dabei ist.

Ich freue mich riesig über die erste Mutige ;). Wie ich kämpft Birgit von lila und gelb mit dem Saum und ich bin sicher, dass sie spätestens am Ende April wunderschönen Rock in zauberhaft grüner Farbe anziehen können wird.

Wie schön, dass auch Elke von grueneblume im April mit dabei ist, denn es ist höchste Zeit, dass der Rock aus dem wunderschönen marimekko Stoff endlich getragen werden kann.



"Ran an die Ufos!" ist eine Aktion, in der es darum geht angefangene und nicht beendete Projekte fertigzunähen. Sie findet monatlich bis Ende des Jahres statt. An jedem Ersten des Monats wird das UFO-Projekt vorgestellt und an jedem Letzten des Monats wird das fertige Kleidungsstück präsentiert. Nimmt man an der Aktion kon­ti­nu­ier­lich teil, ist es möglich die beiden Posts in einem zusammenzufassen.

Wenn ihr mitmachen wollt, schickt mir eine Mail mit dem Link zu eurem Post an:
Ich werde dann eure Beiträge verlinken. Das Logo könnt ihr selbstverständlich verwenden.

Der nächster Termin ist Samstag, der 30.04.2016

Kommentare:

  1. Mir fällt immer wieder auf, wie wenige Nähnerds sich von Laufsteglooks zu eigenen Interpretationen anregen lassen. Ich finde das sehr schade und umso toller, dass Du es tust - und mit was für schönen Ergebnissen!

    Das mit dem Saum ist natürlich enttäuschend. Ich würde mich grün ärgern an Deiner Stelle ;-). Der Grund sind aber weder die schrägen Schnittlinien noch die Nähte im schrägen Fadenlauf noch unterschiedliche Stoffqualitäten, sondern pure Geometrie.

    Zeichne Dir den Rock schematisch auf, weit ausgestellt mit gerader Saumkante, dann zeichne schon mal einen aufgesetzten Bogen von Seitennaht zu Seitennaht dazu, und dann schneide den Rock von Saum zu Bund in 5 ungefähr gleich breite Teile (am Bund nicht durchschneiden). Wenn Du diese am Saum um jeweils die Hälfte zusammen schiebst, siehst Du, wie sich die ursprünglich gerade Linie nach oben wölbt (entsprechend Deinem Rockfall) und der aufgesetzte Bogen zu einer annähernd geraden Linie wird.

    Wenn noch Stoff da ist, könntest Du vielleicht noch ein bisschen patchen? Die Saumlinie kürzen, sodass sie angezogen "stimmt", und jeweils mit den passenden Stoffen Länge auffüllen? Das wird schon noch ...

    Viele Grüße
    Ursula

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    1. Würde es dann schon was helfen wenn der Rock weniger ausgestellt ist?
      Die Lösung wird auf alle Fälle interessant.
      Lieber Gruß
      Elke

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    2. Liebe Ursula,
      vielen, vielen Dank für deinen sehr hilfsreichen Kommentar. Erst jetzt ärgere ich mich grün! Hatte ich Tomaten auf den Augen als ich das Probekleid genäht habe? Ich habe im Moment weder das Schnittmuster noch das Probekleid zur Hand, kann also nicht sagen, ob der Schnitt von Anfang an so war oder ich selbst etwas verschlimmbessert habe. Vorne ist das Problem nicht so ausgeprägt, da das letzte Stück wie eine Art Volant sein sollte und ich habe es rund zugeschnitten. Ich hoffe, dass ich noch ein ausreichendes Stückchen Stoff habe.
      LG
      Yvonne

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    3. Und hinten auch in einer Art Volant?
      Lieber Gruß
      Elke

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  2. Vielleicht ein Fall fürs Nähkränzchen? Bei solch einem Kleid kann ein bisschen Assistenz beim Abstecken vielleicht Abhilfe schaffen. ?!?
    Viele Grüße, Birgit

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  3. Ich mag die Stoffzusammenstellung und das Spiel von Durchsichtigkeit mit relativ strengem Schnitt. Für mich müsste der Saum konsequenter schief werden, also entweder den geraden Teil ebenfalls noch schrägen oder den Zipfel noch zipfeliger. Das Störende könnte auch daran liegen, dass genau am Wechsel des Saumverlaufs ein anderer Stoff beginnt - das Betonte gefällt mir, ich denke, ich würde deshalb die Schräge noch schräger machen.
    Wieder ein sehr schönes Modell!

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