Mittwoch, 5. Juni 2019

MMM 6/2019 - Zadie Jumpsuit // Easy to sew. Easy to wear! //

Der Zadie Jumpsuit von Paper Theory ist, glaube ich, das meistgenähte Kleidungsstück dieses Frühlings. Der Hashtag #zadiejumpsuit auf Instagram hat im Moment schon über 1200 Einträge und es gibt auch zahlreiche Blogposts, die den Schnitt besprechen. Ich bin meistens nicht schnell genug um bei solchen Hypes mitzumachen, aber dieser Schnitt hat mich neugierig gemacht. Keine Knöpfe, kein Reißverschluss, simple Idee, die einfach und schnell umsetzbar sein sollte und trotzdem für jeden Figurentyp zu funktionieren scheint, wie die Fotos der vielen sehr gelungenen Exemplare belegen. So viele Schnitte dieser Art git es wirklich nicht, also wollte ich ihn unbedingt ausprobieren. Und was soll ich sagen, ich bin mit dem Ergebnis äußerst zufrieden.






Wie ich mich kenne, würde es doch mehr Zeit vergehen bevor ich ich den Jumpsuit nähen würde, wenn ich nicht zufällig mit Susi aka @allewuensche zu Annette Görtz Lagerverkauf mitfahren dürfte, dort einen tollen Stoff finden würde und gleich auch mit ihr einen gemeinsamen Nähkränzchen-Termin vereinbaren würde. Und tatsächlich schon eine Woche darauf war mein Jumpsuit fast fertig. Wir haben fürs Nähen einen Nachmittag gebraucht, viel Schnattern, Kaffeetrinken und lecker essen inbegriffen. Susi hat Zadie direkt am nächsten Tag ausgeführt und bei Instagram gezeigt. Mich hat ein wenig das Anbringen des Schrägbands am Ausschnitt aufgehalten. Da mein Stoff ziemlich dehnbar ist, hatte ich Angst, dass der Ausschnitt sich ausdehnen könnte. Letztendlich habe ich am Abend danach das Schrägband etwas auf Zug erstmal geheftet und dann angenäht. Das hat super funktioniert.


Ich habe mich jetzt überzeugen können, dass der Schnitt tatsächlich ganz toll ist. Ich weiß nicht, ob es an dem Wickeloberteil mit dem Bindegürtel, der Schritttiefe oder der bequemen Weite liegt - wahrscheinlich ein bisschen an allem - aber wenn ich den Jumpsutit anhabe, fühle ich mich als würde ich einen Judoanzug tragen und auch jede Judobewegung mitmachen können. Gleichzeitig zaubert der clevere Schnitt eine moderne und dennoch nicht zu übertriebe Silhouette. "Easy to sew. Easy to wear!" ist hier nicht nur ein Werbeslogan. Ich bin wirklich sehr angetan und schon jetzt sehr gespannt auf weitere Schnitte des noch recht jungen Indi-Labels.

Zu dem Zadie Jumpsuit findet man mittlerweile so viele Infos, dass ich nur ganz kurz etwas zu meinen Erfahrungen mit dem Schnitt schreiben möchte. Beachten sollte man:

1. Weite - der Schnitt fällt groß aus. Je nach gewünschter Silhouette kann man ihn eine bis zwei Größen kleiner nähen. Da mein Stoff elastisch ist, habe ich meinen zwei Größen kleiner genäht.

2. Schritttiefe - die ist selbstverständlich sehr figurenabhängig, aber kleinere Frauen sollten dieses Maß zumindest überprüfen. Bei meinem Jumpsuit habe ich die Schritttiefe um 4 cm reduziert und bei meiner Größe (164cm) liegt der Schritt immer noch ziemlich tief.

3. Ausschnitt - man sagt immer, dass Wickeloberteile jeder Frau stehen. Ich finde, dass sie gleichzeitig, zumindest für Frauen mit ein wenig mehr Oberweite, oft problematisch sind. Auf vielen Fotos des Zadie Jumpsuits sieht man die Frauen ein Shirt drunter tragen. Da ich das nicht wollte, habe ich die Ausschnittlinie geringfügig verändert, so dass sich die Wickelteile ein bisschen höher überkreuzen.

Nun, das wäre alles, was es von mir zu dem Schnitt zu sagen gibt. Ich bin gespannt wieviele Zadies wir heute beim MeMadeMittwoch zu sehen bekommen. Einen habe ich schon entdeckt, aber auch andere altbekannte Lieblinge, wie das Kielo Dress von Named, sind wieder dabei und neue, interessante Schnitte sind mir auch schon ins Auge gefallen. Der MeMadeMitwoch liefert wie immer ganz viele tolle Ideen und Inspirationen!

Sonntag, 12. Mai 2019

Sommerjäckchen Knit Along 2019 - 2. Zwischenstand

Stricken icon Auf die allerletzte Minute möchte ich auch noch ein paar Worte zum aktuellen Stand meiner Strickjacke schreiben. Der Sommerjäckchen Knit Along 2019 hat viele erfahrene Strickerinnen angezogen, dementsprechend beeindruckend sind die Ergebnisse, die beim 2. Zwischenstand präsentiert werden. Ich dagegen bin noch ziemlich am Anfang. Den letzten Termin musste ich leider ausfallen lassen, da es nichts zu berichten gab. Zu dem Zeitpunkt hatte ich nämlich mit meiner Strickjacke noch gar nicht begonnen.

Zur Erinnerung: Zur Auswahl standen vier, in meinem ersten SJKA-Post genauer beschriebenen, Projekte. Wobei bis auf den Arne Pullover, handelte es sich mehr um Ideen als um fertige Strickanleitungen.


Zu Hause hatte ich Wolle für den Arne Pullover und für die Mohair Jacke und da ich eigentlich als Erstes die vorhandene Wolle verbrauchen wollte und auch ihr mehrheitlich dafür gestimmt habt, habe ich mich für die Mohairjacke entschieden. Außerdem schien mir eine Jacke für die kommende Jahreszeit brauchbarer zu sein als ein Pullover. Ich wurde jedoch schon ganz am Anfang ausgebremst. Die kostenlose Anleitung auf LOTILDA, nach der ich geplant habe die Jacke zu stricken, erwies sich als nur sehr eingeschränkt geeignet. Die Jacke wird dreifädig mit 7er Nadeln gestrickt und das ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe. So gestrickt wäre mir die Jacke viel zu voluminös. Schon im Winter habe ich ein wenig mit der Kid Silk von Drops und dem Patentmuster herumexperimentiert und am meisten hat mir das Ergebnis mit zwei Fäden und Nadelstärke 4,5 gestrickt, gefallen. Und damit bin ich schon bei meinem zweiten Problem angekommen. Denn gerade eine von meinen 4,5 Nadelspitzen war plötzlich unauffindbar. Ich vermute, dass die meisten von euch ganz viele unterschiedliche Stricknadeln in jeder Stärke besitzen. Ich leider nicht. Vor zwei Jahren habe ich mir die gängigsten Stärken der austauschbaren Stricknadeln von Drops gekauft, fand das System ganz praktisch und sah bis jetzt keinen Grund noch etwas anderes zu besitzen. Aber jetzt hatte ich ein Problem. Ich hatte keine Lust x-beliebige Stricknadeln im Laden vor Ort zu kaufen aber nur ein Paar Stricknadeln zu bestellen lohnte sich wegen der hohen Versandkosten auch nicht. Und so tat ich, typisch für mich, lange Zeit gar nichts. Als ich dann merkte, dass die Zeit immer knapper wird, habe ich spontan beschlossen zusammen mit den Stricknadeln - damit sich die Versandkosten rentieren :) - noch Wolle für den weißen Cardigan zu bestellen. Schon nach kurzer Zeit war die Bestellung da. Die Stricknadeln und auch die Wolle, die potenziell eine neue Möglichkeit eröffnete. Ich war natürlich ganz neugierig und schlug sofort ein paar Maschen an und testete ein wenig die neue Wolle.


Ich kaufte auch zwei Strickanleitungen. Die 'You Wear It Well' Jacke von Mary Annarella sollte als Basis für den weißen Cardigan dienen, der 'Shawl Collar Cardigan' von Purl Soho sollte meine Fragen zum Stricken des Schallkragens beantworten.


Als ich aber die Anleitungen ein bisschen überflogen habe, war mir schnell klar, dass ich mit der Idee die beiden Anleitungen zu verbinden nicht schnell genug zum vorzeigbaren Ergebnis kommen werde und bin dann letztendlich zu der Ursprungsidee, der Mohairjacke zurückgekommen.

Ich stricke nicht nach einer bestimmten Anleitung. Es hat es sich aber überraschenderweise herausgestellt, dass die Shawl Collar Cardigan-Anleitung an vielen Stellen auch für die Mohairjacke brauchbar ist. Teilweise befolge ich die Anleitung der Lotilda Jacke. Die Maschenanzahl, die Zu- und Abnahmen habe ich selbst errechnet und hoffe, dass das klappt.


Wie schon geschrieben, bin ich noch nicht besonders weit. Das Finale am 26.05. ist nicht realistisch aber noch habe ich ein Funken Hoffnung, dass ich zum Finale der Herzen am 16.06. fertig werden könnte.

Mittwoch, 3. April 2019

MMM 4/2019 - Neue Liebe

Heute möchte ich euch von meiner neuen Liebe erzählen. Wir sind uns immer wieder über den Weg gelaufen aber der Funken ist nie übergesprungen. Zu gewöhnlich, zu praktisch, nordisch unterkühlt, wo ich doch immer für das Fantasievolle und Elegante schwärme. Und dann passiert unerwartet etwas womit man überhaupt nicht rechnet... man verliebt sich - obwohl man scheinbar nicht zueinander passt - und beginnt alles in anderem Licht zu sehen. Man entdeckt plötzlich Qualitäten, die man früher nicht vermutet hat. Die Begeisterung schon nach dem ersten Date. Ein Höhepunkt bereits beim zweiten Mal! Jaaaa, seit letzten Herbst bin ich Feuer und Flame für die OTTOBRE.

Mein erstes Erzeugnis war eine Culotte, die ich super finde und die ich unbedingt auch mal zeigen muss - bei Birgit kann man jetzt schon ein tolles Beispiel des Schnitts bewundern - aber heute möchte ich euch mein neustes Werk zeigen. Eine Hose. Viele davon habe ich bis jetzt nicht genäht und gut sitzende schon gar nicht. Ich habe bereits Schnittmuster von Burda, Maison Victor und auch Knipmode ausprobiert. Jedes Mal musste sehr viel anpassen, gut gesessen hat trotzdem keine. Jetzt, nachdem ich Ottobre für mich entdeckt habe, wollte ich unbedingt auch ein Hosenschnittmuster von Ottobre probieren. Entschieden habe ich mich für einen Schnitt aus Ottobre 5/2015 eine knöchellange Bundfaltenhose, die angenehm lose um die Hüften liegt.






Am Schnitt, außer den Bund um einen Zentimeter tiefer zu setzten und an der Länge ein bisschen zu drehen, habe ich nichts geändert und bin mit der Passform mehr als zufrieden. Vielleicht liegt das Geheimnis darin, dass ich eine Größe kleiner als die Masstabelle es vorschreiben würde genäht habe. Oder an dem tollen Wollstoff, der sich sehr gut in Form bügeln ließ. Oder vielleicht auch an dem sorgfältigen Arbeiten und einigen Tricks, die (Pingel-)Inge in dem Makerist-Videokurs verraten hat. Der Kurs hat sich für mich richtig gelohnt und ich kann ihn jedem empfehlen, der sich für das Nähen klassischer Hose interessiert. Leider habe ich versäumt bei Tageslicht ein paar Fotos vom Innenleben der Hose zu machen. Vielleicht hole ich das noch nach, oder zeige später bei Instagram noch einige Fotos, denn ich bin ganz stolz darauf, wie sie geworden ist. Ich habe schon immer die Verarbeitung hochwertiger Männer Anzughosen bewundert und jetzt sieht meine nicht schlechter aus. Sie ist vorne bis unters Knie gefüttert, was das Tragegefühl noch zusätzlich erhöht.

Schlange und Hose. Meine Lieblingskombination im Moment. Noch eine kleine Ergänzung nachdem Susan im Kommentar danach gefragt hat. Der Mantel ist auch selbstgenäht und in Rahmen der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" entstanden => hier kann man mehr über den Entstehungsprozess erfahren.


Ist das nur Glück oder Zufall, dass mir die Schnittmuster von Ottobre so gut gepasst haben. Das werde ich weiter testen, denn es gibt etliche Schnitte, die ich noch unbedingt ausprobieren möchte. Vor allem andere Hosenschnitte, aber nicht nur!

Man sagt, geteilte Freude ist doppelte Freude. Darum freue ich mich heute besonders, dass ich beim MeMadeMittwoch von meiner neuen Liebe erzählen kann.

Freitag, 29. März 2019

Sommerjäckchen Knit Along 2019 - 1. Überlegungen

Stricken icon Letzen Sontag gab es auf dem MeMadeMittwoch Blog den Startschuss zum Sommerjäckchen Knit Along 2019 und ich würde gerne mitstricken wenn ich nur wüsste was. Nach einer sehr, sehr langen Pause habe ich vor zwei Jahren den von Monika organisierten HJKA zum Anlass genommen um in die Strickwelt wieder einzusteigen. Der Marmor Cardigan, den ich damals gestickt habe, ist irgendwann fertig geworden und ich trage ihn wirklich sehr gerne. Viele andere Sachen habe ich seitdem nicht gestrickt. Eine Mädchenjacke aus der Wolle, die vom Cardigan übrig geblieben ist, einen Schal und zurzeit stricke ich den Stockholm Pullover von PetiteKnit. Stricken nimmt noch mehr Zeit in Anspruch als Nähen und meine Wunschliste an Strickjacken bzw. Pullover ist schon wieder länger als mir das lieb ist. Was ich wirklich nicht will, ist große Wollvorräte anzuhäufen. Wolle für zwei Projekte hätte ich zu Hause. Nichts wirklich sommerliches, wobei ich ohnehin lieber eine kuschelige Strickjacke für die kühlen Sommerabende hätte als ein gestricktes Sommertop.

☞ 1. Idee
Vor einiger Zeit habe ich mir die Strickanleitung für den Arne Pullover von Clare Mountain designt für Woolfolk gekauft. Die Woolfolk Kollektionen treffen zu hundert Prozent meinen Geschmack. Sie sehen schlicht, edel und gleichzeitig sehr gemütlich aus. Genau das, was man, für mein Empfinden, für die grauen und kalten Tage braucht (ups, sollen wir nicht eigentlich etwas für den Sommer stricken).

Bildquelle: Woolfolk
Die Garne von Woolfolk habe ich noch nicht in der Hand gehabt, aber sie scheinen auch sehr edel zu sein. Sie sind aber auch sehr teuer. Die Originalwolle Woolfolk Tynd würde für diesen Pullover mehr als 200 EUR kosten. Ich bin gespannt, ob ich irgendwann bereit bin so viel Geld für Wolle auszugeben. Im Moment bin ich jedenfalls noch nicht so weit und möchte es mit einer viel preiswerteren Alternative versuchen. Ich habe Drops Baby Merino in hellbeige bestellt. Die Wolle kratzt nicht, das Maschenbild ist schön gleichmäßig und die Farbe gefällt mir auch (kein typisches hellbeige, hat wenig Gelbanteil und eher leichten Rosa-/Graustich). Nur letztens habe ich irgendwo gelesen, dass Gestricktes aus dieser Wolle zum wachsen neigt. Das verunsichert mich ein wenig.


☞ 2. Idee
Ebenfalls hätte ich Wolle für eine Mohairjacke. Als ich die Kid Silk von Drops kaufte, hatte ich ein anderes Projekt im Kopf aber in der letzten Winterkollektion von Miu Miu sah ich eine Jacke, die mir sehr gefallen hat und die ich jetzt unbedingt haben möchte.


Bildquelle: mytheresa

Bildquelle: mytheresa
Im Patentmuster gestrickt, mit großen Kragen. Eine Strickanleitung für genau so eine Jacke findet man natürlich nicht, aber die kostenlose Anleitung für eine einfache Strickjacke im Patentmuster auf LOTILDA wäre vielleicht ein guter Ausgangspunkt. Ich musste dann nur noch den Kragen dazu basteln.

☞ 3. Idee
Gleichermaßen gefallen würde mir ein Cardigan aus der aktuellen Sommerkollektion von Miu Miu.

Bildquelle: Miu Miu

Bildquelle: Miu Miu
Hier müsste ich jedoch ganz improvisieren. Wolle vielleicht Pernilla von Filcolana in hellgrau. Hat schon jemand Erfahrungen mit diesem Garn gemacht? Anleitung würde ich keine suchen. Der Stockholm Pullover von PetiteKnit, den ich gerade stricke, hat eine ähnliche Form. Ich würde versuchen diese Anleitung als Basis zu nehmen, eine Jacke daraus machen und mir selbst überlegen wie man die Zipfel zum Knoten stricken könnte.

☞ 4. Idee
Nach wie vor hätte ich auch gerne den langen Cardigan, den ich schon bei dem Herbstjacken Knit Along 2017 angeschmachtet habe. Er ist aus der Sommerkollektion 2017 von Bottega Veneta, deren Teil "Shades of White" hieß. Die Kombination unterschiedlicher Weißtöne gefällt mir sehr, darum möchte ich den Cardigan genau in dieser Farbe haben.

Bildquelle: Bottega Veneta
Damals habe ich mir nicht zugetraut so ein Cardigan zu stricken und auch jetzt bin ich nicht sicher, ob das ohne genaue Anleitung nicht zu kompliziert für mich ist. Wolle müsste ich auf jeden Fall noch kaufen und würde dafür die Cotton Merino von Drops in Natur bestellen.

 Strickball icon Was gefällt Euch am besten? Hilft mir bitte mich zu entscheiden!

Mittwoch, 6. März 2019

MMM 03/2019 - Im Stella Shirt Dress (entspricht leider nicht ganz der Wahrheit)

Ich habe in diesem Jahr noch fast nichts für mich genäht. Anfang Januar ein neues Kleid, das mich nur mittelmäßig begeistert, dann gab es reichlich Nähzeit während der AnNÄHerung, leider entpuppten sich die Schnitte, die ich mir dafür ausgesucht habe, hier bei Instagram kurz gezeigt, als ein absoluter Reinfall. Sowohl die Hose als auch das Hemd, beide fast fertig, hüten seitdem ein Kleiderbügel dasein und ich überlege, wie ich die Sachen noch retten kann. Nach längerer Nähabstinenz habe ich kurzentschlossen letzte Woche beschlossen etwas Neues anzufangen und habe einen anderen Hosenschnitt ausprobiert, einen Ottobre Schnitt. Die Hose ist richtig gut geworden und am liebsten hätte ich sie heute gezeigt, nur in der Kürze habe ich nicht geschafft sie zu fotografieren. Daher muss ersatzweise etwas her, was schon fotografiert wurde. Hier ist also mein Stella Shirt Dress von Named, welches ich schon hier auf einem Baum hängend zeigte ;)






Gerade werden die Schnittmuster aus dem neuen Buch von Named rauf und runter genäht und die früheren Schnitte geraten ein wenig in Vergessenheit. Man sollte sie unbedingt wieder in Erinnerung zu bringen. Als die Earth Science Kollektion, bis jetzt übrigens die letzte reguläre Kollektion von Named, ganz frisch war, wurde das Kleid ganz oft genäht und auf Instagram unter den Hashtags #stellashirtdress, #stelladress, #namedstella findet man einige schöne Beispiele davon. Das Kleid hat sehr weite Raglanärmel, eine große Schluppe, ist weit geschnitten und hat Gummizug in der Taille. Die weite Form erfordert eigentlich keine Anpassungen und ist wirklich schnell genäht. Das Kleid ist sehr bequem und eignet sich wegen der weiten Schnittform auch gut für Sommertemperaturen. Einzig die Schluppe darf dann nicht so eng am Hals gebunden werden.

Ich habe eine leichte Viskose genommen, nicht ganz mein übliches Farbspektrum, aber der rauchblaue Grundton und die großen Kreise haben mich irgendwie fasziniert. Ich habe das Kleid im Februar letzten Jahres genäht. Es gab damals eine extreme Kältewelle und während draußen Minustemperaturen herrschten nähte ich das dünne Kleid und träumte vom Frühling und Sommer. Noch kann man nicht mit nackten Beinen spazieren gehen und die düsteren Fotos, die ich übrigens sehr mag - habt ihr eine Vermutung zu welcher Jahreszeit sie gemacht worden sind -, wecken beim Betrachten wahrscheinlich keine Frühlingsgefühle aber der Frühling steht vor der Tür. Höchste Zeit sich etwas Neues, Nettes zu nähen. Bestimmt liefert der heutige MeMadeMittwoch schon einige Inspirationen dazu.

Mittwoch, 6. Februar 2019

MMM 02/2019- Der alte neue Mantel, eine Burberry Inspiration

Was für ein Glück, dass der heutige Post nicht viel Text braucht :). Ich möchte heute einen Mantel zeigen, der nach vielen Jahren Ende letzten Winters endlich fertig wurde. Ich konnte es selbst nicht glauben, dass ich bereits im Winter 2014 angefangen habe ihn zu nähen. Und die Idee dazu ist noch zwei Jahre älter. Denn es war die Burberry Winterkollektion 2012, die damals bei Mänteln mit zwei unterschiedlichen Stoffen spielte und mich dazu inspiriert hat, einen ähnlichen nähen zu wollen. Den Anstoß zum Nähen des Mantels gab mir der Herbst-Jacken-Sew-Along 2014, den Karin und Chrissy organisiert und gehostet haben. Wenn ihr euch also für die Details des Projekts, den Stoff, Schnitt und alles drumherum interessiert, hier findet ihr meine damaligen Sewalong Posts, in denen ich alles recht ausführlich beschrieben habe. Leider habe ich nicht geschafft den Mantel während des Sewalong zu beenden und er lag danach einige Zeit bis ich ihn im Herbst 2016 im Zuge meiner "Ran an die UFOs!" Aktion wieder herausholte und fast fertig nähte. Unglücklicherweise nur fast. Zum Einsetzten der Ärmel, Nähen der Knopflöcher, Annähen der vielen Knöpfe und dem finalen Bügeln habe ich mich erst wieder nach einem Jahr überwinden können. Das Nähen in Häppchen ist wahrlich nicht mein Ding! 





Auch nach so vielen Jahren gefällt mir die Idee und jetzt auch mein fertiger Mantel immer noch sehr gut. Ich mag mir zwar gerne die neusten Modetrends anschauen und sich inspirieren lassen. Die Trends, einmal genäht, begleiten mich aber meistens viele Jahre ganz unabhängig davon, ob sie noch IN oder längst schon wieder OUT sind. Da ist mir das Diktat der Mode vollkommen egal. Noch nicht ganz glücklich bin ich mit dem Gürtel. Diesen hier habe ich mir zwar speziell für den Mantel gekauft, aber im Nachhinein finde ich den Farbton nicht ideal. Der musste entweder den Ton des Mantelstoffs besser treffen oder sich deutlicher abheben.

Der Mantel war eins der schwierigsten Projekte, wenn nicht das schwierigste Projekt, das ich je genäht habe. Der dicke Doubleface Stoff und die vielen, teilweise sehr kleine, Teile waren sowohl beim Nähen als auch beim Bügeln eine echte Herausforderung. Ich bin glücklich, dass ich ihn endlich tragen und heute beim MeMadeMittwoch zeigen kann.

Freitag, 28. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - Finale

Leicht verspätet dafür mit breitem Grinsen begrüße ich euch zum Finale des Weihnachtskleid Sew Along 2018. Ich bin happy, dass es mir gelungen ist die paar Nähte, die mein gewähltes Weihnachtskleid hatte, noch vor Weihnachten zu schließen und das Kleid am Heiligabend tragen können. Ich beteilige mich bereits zum siebten Mal an dem jährlichen gemeinsamen Nähen der Weihnachtsgarderobe und jedes Mal wenn ich das frisch genähte Kleid dann an Weihnachten anziehe, fühle ich mich ein bisschen so, als würden meine Nähfreundinnen gemeinsam mit mir Weihnachten feiern. Das ist ein sehr schönes Gefühl!


Vom Tragen abgesehen macht mir der erste Teil des Sew Along immer am meisten Spaß :). Sich auszumalen, was man alles an Weihnachten anziehen könnte, finde ich unglaublich aufregend. Es gibt in heutiger Zeit (viel zu) wenig Anlässe, zu denen man sich schick machen kann, ohne sich sofort overdressed zu fühlen. Weihnachten ist für mich eine dieser wenigen Gelegenheiten. Da kann schon beim Planen die Fantasie mit mir durchgehen. Dabei verdränge ich gerne, dass es im Dezember noch einiges andere zu tun gibt als nur an dem Weihnachtskleid zu werkeln. Oder, dass das schlechte Licht das Nähen schnell anstrengend macht. Infolgedessen habe ich nur ein einziges Mal geschafft zwei Kleider zu nähen, dafür aber zweimal, 2014 und im letzten Jahr, mich noch kurzfristig umentschieden und ein ganz anderes, einfacheres Kleid genäht als ursprünglich geplant. In diesem Jahr fiel meine Wahl von vornherein auf das Einfachste meiner Pläne, was unterm Strich hieß: dieses oder gar kein neues Kleid zu Weihnachten. Da hat das berühmte Haben-wollen-Gefühl doch noch gesiegt und am Abend vor Heiligabend war mein Kleid fertig. Eigentlich sollte noch eine Bluse das Kleid vervollständigen, die ist aber meiner schrecklichen Zeitplanung zum Opfer gefallen.





Das Kleid ist schnitttechnisch eine Kreuzung aus Burdastyle 9/2017#122 (Oberteil) und McCall's 4769 (Rock) und ähnelt meiner Inspiration mehr als ich das anfangs geplant habe. Alles hat damit angefangen, dass mir der Burda Schnitt nicht gut gepasst hat und da ich das Oberteil sowieso ändern musste, dachte ich, ich kann auch versuchen das interessante Vorderteil des Miu Miu Kleides nachzuschneidern. Leider hat genau das schöne Vorderteil beim Nähen für Probleme gesorgt. Schräger Fadenlauf und ich, wir werden nie Freunde werden!

Da das Oberteil vorne diagonal und hinten parallel zum Fadenlauf zugeschnitten ist, wurde es vorne länger als hinten. Ich dachte, man kann das Ausweiten verhindern indem man das Oberteil vorne mit Stoff unterlegt, der im geraden Fadenlauf zugeschnittenen ist. Der Versuch das Oberteil vorne mit einem leichten Baumwollvoile zu füttern hat jedoch nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Der Karostoff beulte sich unschön, was noch deutlich schlimmer aussah, als die ungerade Quernaht. Ich habe das Futter wieder herausgetrennt und das Vorderteil einfach gekürzt. Jetzt verläuft die Quernaht gerade, wollen wir hoffen, dass das auch so bleibt. Ein weiteres, noch nicht behobenes Problem ist, dass sich die Quernaht vorne wellt. Die Ursache dafür ist ebenfalls der schräge Zuschnitt. Wenn ich das Kleid mit einem Gürtel trage, fällt das kaum auf, aber ohne Gürtel sieht man das wirklich deutlich. Ich hoffe, dass ein Formband hier Abhilfe schafft. Da muss ich nochmal ran. Ansonsten gefällt mir das Kleid aber wirklich gut und ich denke, dass ich es gerne und oft anziehen werde.


Jetzt möchte ich noch ein ganz herzliches Dankeschön an das alte und das neue MeMadeMittwoch-Team aussprechen dafür, dass es den Weihnachtskleid Sew Along auch in diesem Jahr gab. Danke auch an Wiebke und Claudia für die lange MeMadeMittwoch-Zeit, ich hoffe ihr beide bleibt noch lange ein Teil der Nähblogger-Community. Liebe Doreen, liebe Carola, schön dass ihr den Staffelstab übernimmt.

Besonders gut hat mir in diesem Jahr gefallen, dass das Linktool so lange offen blieb. Ich hatte auch ein Gefühl, dass tatsächlich fast die ganze Woche neue Posts dazugekommen sind. Für mich war der Sew Along dadurch viel spannender, weil immer wenn ich geschaut habe, es etwas Neues zu lesen gab. Fünfzig Posts an einem Tag liest sowieso kaum jemand. Auch sehr begrüßenswert fand ich, dass das Finale erst nach Weihnachten stattfand. Super Idee!

Es freut mich ganz besonders, dass ich auch in diesem, als Bloggerin sehr magerem Jahr mitgenäht habe und beim Finale des Weihnachtskleid Sew Along dabei sein kann. So unterschiedlich wir als Frauen sind, so unterschiedlich auch unsere (Weihnachts-)"Kleider"!

Hier noch einmal meine Beiträge im Überblick
-> Ideen
-> Finale