Mittwoch, 6. März 2019

MMM 03/2019 - Im Stella Shirt Dress (entspricht leider nicht ganz der Wahrheit)

Ich habe in diesem Jahr noch fast nichts für mich genäht. Anfang Januar ein neues Kleid, das mich nur mittelmäßig begeistert, dann gab es reichlich Nähzeit während der AnNÄHerung, leider entpuppten sich die Schnitte, die ich mir dafür ausgesucht habe, hier bei Instagram kurz gezeigt, als ein absoluter Reinfall. Sowohl die Hose als auch das Hemd, beide fast fertig, hüten seitdem ein Kleiderbügel dasein und ich überlege, wie ich die Sachen noch retten kann. Nach längerer Nähabstinenz habe ich kurzentschlossen letzte Woche beschlossen etwas Neues anzufangen und habe einen anderen Hosenschnitt ausprobiert, einen Ottobre Schnitt. Die Hose ist richtig gut geworden und am liebsten hätte ich sie heute gezeigt, nur in der Kürze habe ich nicht geschafft sie zu fotografieren. Daher muss ersatzweise etwas her, was schon fotografiert wurde. Hier ist also mein Stella Shirt Dress von Named, welches ich schon hier auf einem Baum hängend zeigte ;)






Gerade werden die Schnittmuster aus dem neuen Buch von Named rauf und runter genäht und die früheren Schnitte geraten ein wenig in Vergessenheit. Man sollte sie unbedingt wieder in Erinnerung zu bringen. Als die Earth Science Kollektion, bis jetzt übrigens die letzte reguläre Kollektion von Named, ganz frisch war, wurde das Kleid ganz oft genäht und auf Instagram unter den Hashtags #stellashirtdress, #stelladress, #namedstella findet man einige schöne Beispiele davon. Das Kleid hat sehr weite Raglanärmel, eine große Schluppe, ist weit geschnitten und hat Gummizug in der Taille. Die weite Form erfordert eigentlich keine Anpassungen und ist wirklich schnell genäht. Das Kleid ist sehr bequem und eignet sich wegen der weiten Schnittform auch gut für Sommertemperaturen. Einzig die Schluppe darf dann nicht so eng am Hals gebunden werden.

Ich habe eine leichte Viskose genommen, nicht ganz mein übliches Farbspektrum, aber der rauchblaue Grundton und die großen Kreise haben mich irgendwie fasziniert. Ich habe das Kleid im Februar letzten Jahres genäht. Es gab damals eine extreme Kältewelle und während draußen Minustemperaturen herrschten nähte ich das dünne Kleid und träumte vom Frühling und Sommer. Noch kann man nicht mit nackten Beinen spazieren gehen und die düsteren Fotos, die ich übrigens sehr mag - habt ihr eine Vermutung zu welcher Jahreszeit sie gemacht worden sind -, wecken beim Betrachten wahrscheinlich keine Frühlingsgefühle aber der Frühling steht vor der Tür. Höchste Zeit sich etwas Neues, Nettes zu nähen. Bestimmt liefert der heutige MeMadeMittwoch schon einige Inspirationen dazu.

Mittwoch, 6. Februar 2019

MMM 02/2019- Der alte neue Mantel, eine Burberry Inspiration

Was für ein Glück, dass der heutige Post nicht viel Text braucht :). Ich möchte heute einen Mantel zeigen, der nach vielen Jahren Ende letzten Winters endlich fertig wurde. Ich konnte es selbst nicht glauben, dass ich bereits im Winter 2014 angefangen habe ihn zu nähen. Und die Idee dazu ist noch zwei Jahre älter. Denn es war die Burberry Winterkollektion 2012, die damals bei Mänteln mit zwei unterschiedlichen Stoffen spielte und mich dazu inspiriert hat, einen ähnlichen nähen zu wollen. Den Anstoß zum Nähen des Mantels gab mir der Herbst-Jacken-Sew-Along 2014, den Karin und Chrissy organisiert und gehostet haben. Wenn ihr euch also für die Details des Projekts, den Stoff, Schnitt und alles drumherum interessiert, hier findet ihr meine damaligen Sewalong Posts, in denen ich alles recht ausführlich beschrieben habe. Leider habe ich nicht geschafft den Mantel während des Sewalong zu beenden und er lag danach einige Zeit bis ich ihn im Herbst 2016 im Zuge meiner "Ran an die UFOs!" Aktion wieder herausholte und fast fertig nähte. Unglücklicherweise nur fast. Zum Einsetzten der Ärmel, Nähen der Knopflöcher, Annähen der vielen Knöpfe und dem finalen Bügeln habe ich mich erst wieder nach einem Jahr überwinden können. Das Nähen in Häppchen ist wahrlich nicht mein Ding! 





Auch nach so vielen Jahren gefällt mir die Idee und jetzt auch mein fertiger Mantel immer noch sehr gut. Ich mag mir zwar gerne die neusten Modetrends anschauen und sich inspirieren lassen. Die Trends, einmal genäht, begleiten mich aber meistens viele Jahre ganz unabhängig davon, ob sie noch IN oder längst schon wieder OUT sind. Da ist mir das Diktat der Mode vollkommen egal. Noch nicht ganz glücklich bin ich mit dem Gürtel. Diesen hier habe ich mir zwar speziell für den Mantel gekauft, aber im Nachhinein finde ich den Farbton nicht ideal. Der musste entweder den Ton des Mantelstoffs besser treffen oder sich deutlicher abheben.

Der Mantel war eins der schwierigsten Projekte, wenn nicht das schwierigste Projekt, das ich je genäht habe. Der dicke Doubleface Stoff und die vielen, teilweise sehr kleine, Teile waren sowohl beim Nähen als auch beim Bügeln eine echte Herausforderung. Ich bin glücklich, dass ich ihn endlich tragen und heute beim MeMadeMittwoch zeigen kann.

Freitag, 28. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - Finale

Leicht verspätet dafür mit breitem Grinsen begrüße ich euch zum Finale des Weihnachtskleid Sew Along 2018. Ich bin happy, dass es mir gelungen ist die paar Nähte, die mein gewähltes Weihnachtskleid hatte, noch vor Weihnachten zu schließen und das Kleid am Heiligabend tragen können. Ich beteilige mich bereits zum siebten Mal an dem jährlichen gemeinsamen Nähen der Weihnachtsgarderobe und jedes Mal wenn ich das frisch genähte Kleid dann an Weihnachten anziehe, fühle ich mich ein bisschen so, als würden meine Nähfreundinnen gemeinsam mit mir Weihnachten feiern. Das ist ein sehr schönes Gefühl!


Vom Tragen abgesehen macht mir der erste Teil des Sew Along immer am meisten Spaß :). Sich auszumalen, was man alles an Weihnachten anziehen könnte, finde ich unglaublich aufregend. Es gibt in heutiger Zeit (viel zu) wenig Anlässe, zu denen man sich schick machen kann, ohne sich sofort overdressed zu fühlen. Weihnachten ist für mich eine dieser wenigen Gelegenheiten. Da kann schon beim Planen die Fantasie mit mir durchgehen. Dabei verdränge ich gerne, dass es im Dezember noch einiges andere zu tun gibt als nur an dem Weihnachtskleid zu werkeln. Oder, dass das schlechte Licht das Nähen schnell anstrengend macht. Infolgedessen habe ich nur ein einziges Mal geschafft zwei Kleider zu nähen, dafür aber zweimal, 2014 und im letzten Jahr, mich noch kurzfristig umentschieden und ein ganz anderes, einfacheres Kleid genäht als ursprünglich geplant. In diesem Jahr fiel meine Wahl von vornherein auf das Einfachste meiner Pläne, was unterm Strich hieß: dieses oder gar kein neues Kleid zu Weihnachten. Da hat das berühmte Haben-wollen-Gefühl doch noch gesiegt und am Abend vor Heiligabend war mein Kleid fertig. Eigentlich sollte noch eine Bluse das Kleid vervollständigen, die ist aber meiner schrecklichen Zeitplanung zum Opfer gefallen.





Das Kleid ist schnitttechnisch eine Kreuzung aus Burdastyle 9/2017#122 (Oberteil) und McCall's 4769 (Rock) und ähnelt meiner Inspiration mehr als ich das anfangs geplant habe. Alles hat damit angefangen, dass mir der Burda Schnitt nicht gut gepasst hat und da ich das Oberteil sowieso ändern musste, dachte ich, ich kann auch versuchen das interessante Vorderteil des Miu Miu Kleides nachzuschneidern. Leider hat genau das schöne Vorderteil beim Nähen für Probleme gesorgt. Schräger Fadenlauf und ich, wir werden nie Freunde werden!

Da das Oberteil vorne diagonal und hinten parallel zum Fadenlauf zugeschnitten ist, wurde es vorne länger als hinten. Ich dachte, man kann das Ausweiten verhindern indem man das Oberteil vorne mit Stoff unterlegt, der im geraden Fadenlauf zugeschnittenen ist. Der Versuch das Oberteil vorne mit einem leichten Baumwollvoile zu füttern hat jedoch nicht das gewünschte Ergebnis gebracht. Der Karostoff beulte sich unschön, was noch deutlich schlimmer aussah, als die ungerade Quernaht. Ich habe das Futter wieder herausgetrennt und das Vorderteil einfach gekürzt. Jetzt verläuft die Quernaht gerade, wollen wir hoffen, dass das auch so bleibt. Ein weiteres, noch nicht behobenes Problem ist, dass sich die Quernaht vorne wellt. Die Ursache dafür ist ebenfalls der schräge Zuschnitt. Wenn ich das Kleid mit einem Gürtel trage, fällt das kaum auf, aber ohne Gürtel sieht man das wirklich deutlich. Ich hoffe, dass ein Formband hier Abhilfe schafft. Da muss ich nochmal ran. Ansonsten gefällt mir das Kleid aber wirklich gut und ich denke, dass ich es gerne und oft anziehen werde.


Jetzt möchte ich noch ein ganz herzliches Dankeschön an das alte und das neue MeMadeMittwoch-Team aussprechen dafür, dass es den Weihnachtskleid Sew Along auch in diesem Jahr gab. Danke auch an Wiebke und Claudia für die lange MeMadeMittwoch-Zeit, ich hoffe ihr beide bleibt noch lange ein Teil der Nähblogger-Community. Liebe Doreen, liebe Carola, schön dass ihr den Staffelstab übernimmt.

Besonders gut hat mir in diesem Jahr gefallen, dass das Linktool so lange offen blieb. Ich hatte auch ein Gefühl, dass tatsächlich fast die ganze Woche neue Posts dazugekommen sind. Für mich war der Sew Along dadurch viel spannender, weil immer wenn ich geschaut habe, es etwas Neues zu lesen gab. Fünfzig Posts an einem Tag liest sowieso kaum jemand. Auch sehr begrüßenswert fand ich, dass das Finale erst nach Weihnachten stattfand. Super Idee!

Es freut mich ganz besonders, dass ich auch in diesem, als Bloggerin sehr magerem Jahr mitgenäht habe und beim Finale des Weihnachtskleid Sew Along dabei sein kann. So unterschiedlich wir als Frauen sind, so unterschiedlich auch unsere (Weihnachts-)"Kleider"!

Hier noch einmal meine Beiträge im Überblick
-> Ideen
-> Finale

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - Entscheidung & Zwischenstand

Langsam wird mir bewusst, dass die Zeit bis Weihnachten immer knapper wird. Seit Sonntag wird auf dem MeMadeMittwoch Blog der Zwischenstand beim Weihnachtskleid Sew Along präsentiert und ich merke wie sehr ich hinterher hinke. Ich habe noch nichts genäht, ich habe noch nicht mal zugeschnitten.

Im letzten Post habe ich über meine Ideen geschrieben. Entschieden habe ich mich für das Karo-Trägerkleid und die transparente Bluse. Vielleicht, weil ich das Kleid schon länger im Kopf hatte und die Samtkleider eine spontane Idee waren, die ruhig noch ein bisschen "reifen" kann. Vielleicht auch, weil ich für das Karo-Kleid recht schnell ein Schnittmuster gefunden habe, das mir gefiel.

Bildquelle: burdastyle.com

Ich fand, dass das Kleid 112 aus der Burdastyle 9/2017 Potenzial hat und sogar das Styling im Heft fand ich ganz nett. Die fehlenden Brustabnäher haben leichte Zweifel hervorgerufen, aber ich dachte - ich probiere es. Da ich nur 1,5m von dem Karostoff habe - was für das Kleid, was mir vorschwebt extrem wenig ist - war mir klar, dass mir der Schnitt passen muss und ich um eine Nesselprobe nicht herumkomme. Glücklicherweise war das kein großer extra Aufwand, es waren ja nur zwei Teile plus Träger. Leider hat der schnelle Test meine Vorahnung bestätigt. Meine Figur benötigt für ein Kleid dieser Form unbedingt Brustabnäher. Wirklich schade, denn Abnäher verzehren oft unschön den Karoverlauf. Die Größe musste ich nach dem Brustumfang wählen, oberhalb der Brust war mir das Probemodell dann aber deutlich zu weit. Die Puppe hat zwar nicht ganz meinen Umfang, aber so ähnlich sah das auch an mir aus.


Anhand der zwei Fotos unten kann man sehen, wie gravierend ein Abnäher die Passform verändert.

Und wie ist eigentlich das Miu Miu Kleid genäht? Hat es Abnäher oder hat es keine? Das Oberteil sieht auf jeden Fall vorne sehr raffiniert aus. Es ist im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, hat aber oben eine Blende, die wiederum im geraden Fadenlauf liegt. Das Interessante ist jedoch, dass die Blende nicht ganz bis zu der Seitennaht geht, sondern in Verlängerung des Trägers endet.

Bildquelle: Mytheresa

Ich weiß nicht genau, wie das Oberteil konstruiert ist, aber beim Betrachten des Fotos bin ich auf die Idee gekommen, dass man den Abnäher in die Naht zwischen der Blende und dem restlichen Oberteil integrieren könnte. Folglich habe ich den im Probemodell abgesteckten Abnäher erst mal in den Schnitt übertragen und ihn dann im zweiten Schritt entsprechend verlegt.

Um sicher zu gehen, dass meine Überlegungen richtig waren, habe ich noch schnell eine zweite Nesselprobe genäht. Und siehe da, es hat tatsächlich funktioniert. Auf der einen Seite (das Foto links bzw. oben) habe ich den Abnäher so lang genäht, wie der idealerweise sein müsste. Hier ist die Passform für mich optimal. Auf der anderen Seite (das Foto rechts bzw. unten) habe ich den Abnäher gekürzt und ihn vollständig in der Naht "versteckt". Hier ist die Passform nicht ganz so gut, es kann aber sein, dass man den richtigen Stoff besser in Form bügeln kann. Welche Version letztendlich besser ist, werde ich später entscheiden.

Beim genauen studieren des Miu Miu Kleides ist mir auch aufgefallen, dass auf dem Laufsteg das Kleid mit einem Gürtel auf Taille gebracht ist und die Naht einige Zentimeter unterhalb der Taille liegt, im Verkauf dagegen sieht das Kleid deutlich taillierter aus und die Naht scheint auch genau in der Taille zu liegen. Hm, mir gefällt die Laufsteg-Variante irgendwie mehr. Und was meint ihr?

Bildquelle: Mytheresa

Wie ihr seht, kann ich mich sehr mit Kleinigkeiten aufhalten. Zu der Bluse habe ich mir ebenfalls schon ein paar Gedanken gemacht, aber dazu beim nächsten Mal mehr. Als allererstes soll ich jetzt zusehen, dass ich das Kleid überhaupt zugeschnitten bekomme. Ich habe schon probiert die einzelnen Schnittteile auf den Stoff zu legen. Das wird verdammt knapp. Wünscht mir Glück!

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich die letzten MeMadeMittwoch Posts unglaublich spannend finde. Man verfolgt im Moment nicht nur das Nähen der Weihnachtskleider sondern auch den Wechsel des MeMadeMittwoch Teams. In jedem Post verabschiedet sich ein bisheriges Teammitglied und stellt gleichzeitig seinen Nachfolger vor. Was für eine schöne Idee! Liebe Sybille, liebe Nina, ich möchte mich bei euch für die lange Mitgestaltung des MeMadeMittwochs herzlich bedanken. Liebe Sylvia, liebe Elke, es ist schön euch im Team zu sehen!

Dienstag, 4. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - Ideen

Es gibt ihn also auch in diesem Jahr, den Weihnachtskleid Sew Along, dass alljährliche Highlight unter den Nähbloggerinnen. Seit Jahren schon wird in der Vorweihnachtszeit auf dem MeMadeMittwoch Blog das gemeinsame Nähen eines Weihnachtsoutfits zelebriert. Es wurden früher schon Blogs nur deswegen eröffnet, um an dem Sewalong teilnehmen zu können. In diesem Jahr ging der Trend eher in umgekehrte Richtung. Viele Blogs wurden geschlossen und auch dem MeMadeMittwoch merkte man die allgemeine Blogmüdigkeit an. Ganz ehrlich, ich dachte wirklich, der MeMadeMittwoch steht kurz vor dem aus. Wie schön, dass ich mich getäuscht habe! Ein neues Team wird die Plattform weiterführen und an dieser Stelle möchte ich mich schon bei allen bisherigen Teammitgliedern herzlich für die langjährige engagierte Organisation bedanken und das neue Team willkommen heißen. Danke Dodo! Danke Katharina! Herzlich willkommen Ina und Elke! Ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Teammitglieder und alles was uns noch sonst an Änderungen zukünftig erwartet.

Apropos Zukunft: auch mein virtuelles Zuhause schlummert schon seit Monaten vor sich hin. Nach ganzen drei Posts am Anfang des Jahres gab es eine lange Pause, die ich mit einem Post im Sommer versucht habe zu beenden aber die Rückkehr zu der gewohnten Bloggerroutine ist mir damit nicht gelungen. Jetzt hoffe ich sehr, dass mir der WKSA helfen wird, den Rhythmus wiederzufinden.

Einen konkreten Plan habe ich noch nicht aber wie immer viele Ideen. Einige Tage schon liegen auf meinem Bügelbrett Stoffe ausgebreitet, die ein Weihnachtsoutfit werden könnten.


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Samtkleid mit opulent gerafften Ärmeln
(Inspiration: Ulla Johnson Winter 2018)
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Ganz links ein erst kürzlich in Hamburg erstandener 1,7m Rest von wunderbarem Viskose/Seide Samt. Ein Traumstoff, der für mich auch sehr zu Weihnachten passen würde. Als ich den Rest bei Mahler Stoffe entdeckte, dachte ich spontan an ein Oberteil und überhaupt nicht an Weihnachten. Aber... Während des Bloggertreffens haben wir uns ein wenig über die russische Schnittmusterfirma Grasser unterhalten. Zu Hause wollte ich mir die Schnittmuster dieser Firma genauer anschauen und bin dabei ganz zufällig über ein wunderschönes Samtkleid gestolpert. Bei Grasser findet man viele Schnittmuster, die sich an die Laufsteg-Mode anlehnen. Das besagte Kleid ist eine Nachempfindung eines Kleides aus der Ulla Johnson Winterkollektion 2016. Leider reicht die Stoffmenge, die ich habe dafür bei weitem nicht. Da ich das Kleid aber wirklich schön fand, habe ich ein wenig geschaut was, die mir bis dahin völlig unbekannte in New York ansässige Designerin sonst noch entwirft. Ihr Stil wird als moderne Boho-Mode bezeichnet. Üppig. Viel Stoff, viele Rüschen und Volants und Samt findet sich immer wieder in ihren Kollektionen. Auch in der aktuellen Winterkollektion habe ich ein Samtkleid entdeckt, das mir gefällt und das eventuell aus der Stoffmenge, die ich habe machbar wäre. Viel Spielraum habe ich jedoch nicht, da der Samt nur 1,15m breit ist. Sollte der Stoff für das Kleid nicht reichen, werde ich, dann wahrscheinlich erst nach Weihnachten, ein ähnlich geschnittenes Oberteil nähen. Schnittmuster für dieses Projekt habe ich noch nicht.

Bildquelle meiner Inspiration: Farfetch

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Kariertes Midikleid mit schmalen Trägern
(Inspiration: Miu Miu Sommer 2018)
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Den Karostoff habe ich schon seit einer Ewigkeit. Ich habe die 1,5m bei irgendeinem Karstadt Sale für 3€/m gekauft und habe keine Ahnung mehr, was ich ursprünglich daraus nähen wollte. Die meiste Zeit lag er in einer Kiste verpackt und erst als ich in diesem Jahr die Frühjahrskollektion von Miu Miu sah, in der einige Karo-Stücke zu sehen waren, habe ich ihn wieder herausgeholt und gedacht, dass man endlich etwas daraus nähen könnte. Aus dieser Miu Miu Kollektion stammt auch mein Inspirationskleid. Ein weit geschnittenes Trägerkleid. Für einen ganz weiten Rock würde der Stoff leider auch hier nicht reichen, aber etwas in der Art könnte ich mir vorstellen aus dem Stoff zu nähen. Sowohl das Muster als auch die Farbe passen aus meiner Sicht sehr gut zu Weihnachten. Einen konkreten Schnitt habe ich dafür jedoch noch nicht.

Bildquelle meiner Inspiration: Mytheresa

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Transparente Bluse mit Rüsche
(Inspiration: Miu Miu Sommer 2018)
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Sollte ich mich für das Karokleid entscheiden möchte ich gerne dazu eine kurzärmlige Bluse nähen. Diese Kombination war ebenso in der Miu Miu Frühjahrskollektion zu sehen. Das finde ich, besonders für die Feiertage, ein bisschen spannender als die übliche Trägerkleid-Rollkragenpullover-Kombi. Einen farblich passenden semitransparenten Seidencrepe habe ich zufällig in der Restestube bei Hüco entdeckt. Nach einem Schnitt müsste ich noch suchen.

Bildquelle meiner Inspiration: Vogue

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Midi Etuikleid, ärmellos, mit Raffungen im Taillenbereich
(Inspiration: Miu Miu Winter 2018)
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Nach Samt und Karo nun auch Blumen als Möglichkeit. Nicht das typische Weihnachtsmotiv, trotzdem würde mir das großblumige Muster ebenso gefallen. Die Inspiration - auch hier Miu Miu, diesmal die aktuelle Winterkollektion - beißt sich ein wenig mit meinem Stoff und soll nur visualisieren, welche Kleidform ich für meinen Stoff - Baumwolle mit Elastan von Buttinette - wählen würde. Ein ärmelloses Etuikleid in Midilänge mit Raffungen im Taillenbereich. Dazu gerne eine Mohair Strickjacke. Wolle hätte ich sogar schon aber die Realisierung bis Weihnachten ist eher unrealistisch. Ich habe hier Vogue 1314 liegen, das mit kleinen Änderungen vielleicht als Schnittmuster geeignet wäre. Ich nehme an, dass auch in meiner Burda-Sammlung sich ein passendes Schnittmuster finden müsste.

Bildquelle meiner Inspiration: Mytheresa

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Gemma Maxi Dress
(Named Winter 2017 - Earth Science)
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Ganz unerwarteter Neuzugang vom Samstag würde auch noch in Frage kommen und ganz bestimmt ein extrem bequemes Weihnachtskleid abgeben. Eigentlich war es ein Fund von Frau Rothedinge, der dann aber doch unbedingt auf meinen Stoffstapel wollte ;). Ich würde sagen es ist ein Nickistoff, ein sehr schöner zwar mit samtartig changierender Oberfläche, dennoch ein Stoff aus dem üblicherweise Baby- und Kinderbekleidung oder bequeme Haus- und Freizeitanzüge genäht werden. Ich persönlich würde viel lieber probieren das Gemma Maxi Dress von Named aus dem Stoff zu nähen.

Bildquelle meiner Inspiration: Named 

Neue Ideen, geänderte Pläne, alles schon entschieden, noch völlige Unklarheit, wie bei mir...  Seit Sonntag werden auf dem MMM-Blog die Berichte der anderen Teilnehmerinnen des WKSA nach und nach verlinkt und es ist sehr spannend sie zu lesen.

Ich muss mich schnellstens entscheiden! In ein paar Tagen gibt's schon den nächsten Termin. Welche meiner Ideen würde denn euch am besten gefallen?

Montag, 30. Juli 2018

Zurück im Online-Leben

Nach einer längeren Blogpause melde ich mich wieder zu Wort. Ich habe beschlossen nicht über die Grunde meiner Online-Abwesenheit zu schreiben. Sie sind für das Thema meines Blogs nicht relevant. Es ist normal, dass es im Leben eines Hobby-Bloggers immer wieder mal Zeitabschnitte gibt, in denen man privat oder beruflich stärker gefordert wird und für ein Hobby keine bzw. sehr wenig Zeit übrig bleibt. Tatsache ist, dass hinter mir anstrengende Monate liegen und ich mich immer noch ein wenig kraftlos fühle. Die Freude am Kleidermachen habe ich nicht verloren, aber die Bloggerroutine ist irgendwie weg. Vielleicht liegt es auch ein bisschen am allgemeinen Trend. Da wo ich früher gerne gelesen habe, wird kaum noch was geschrieben. Die Kennzeichnungspflicht von Werbung, neue Datenschutz-Grundverordnung, immer stärkere Instagram-Nutzung... Sind das die Gründe warum sich die Nähblogger im deutschsprachigen Raum so sehr zurückgezogen haben? Ich bedauere die Entwicklung sehr und will eigentlich nicht diesem Trend folgen. Die nächste Zeit wird zeigen, ob ich ins Bloggerleben noch zurückfinden werde.

Heute möchte ich mit einem kleinen und absolut nicht wetterkonformen Rückblick beginnen und zeigen was in der Zeit, in der ich nichts geschrieben habe, entstanden ist.



~~~~ Kleid Grace, La Maison Victor 4/2014 ~~~~


✂ Das Kleid Grace aus La Maison Victor 4/2014 habe ich noch vor Ostern genäht. Diese Ausgabe des Magazins gab es nur auf holländisch und französisch zu kaufen. Ich habe die französische Version direkt beim Herausgeber bestellt. Leider ist sie dort mittlerweile ausverkauft. Der Stoff lag schon länger in meinem Stofflager und wurde jetzt endlich verarbeitet. Bei der Schnittwahl hat mir euer Voting auf Instagram sehr geholfen. Herausgekommen ist ein perfektes Übergangskleid, das ich im Frühjahr viel getragen habe.

~~~~ Stella Shirt Dress, Named ~~~~


✂ Das nächste Projekt war das Stella Shirt Dress von Named. Obwohl ich für das Kleid eine sehr dünne Viskose genommen habe, habe ich es genäht als es draußen noch sehr kalt war. Den Schnitt mag ich sehr. Die weiten Raglanärmel und ein Gummizug in der Taille engen nicht ein und das Kleid trägt sich ganz bequem.

~~~~ Lempi Button Down Dress, Named ~~~~


✂ Nach der Stella gab es eine längere Nähpause. Das erste Projekt danach war wieder ein Named Schnitt. Diesmal das Lempi Button Down Dress aus der Evolution Theory Kollektion vom Herbst/Winter 2016. Genäht habe ich das Kleid aus dünnem Viskose-Woll-Crêpe in Schwarz. Der Schnitt gefällt mir sehr und ich möchte ihn unbedingt noch in einer anderen Farbe nähen. Im Vorrat habe ich dünnen, blassgrünen Leinenstoff, der sich vielleicht ganz gut eignen würde. Auch eine gemusterte Version könnte ich mir gut vorstellen.

~~~~ Kleid Wanda, La Maison Victor 5/2016 ~~~~


✂ Das letzte Kleid, das ich heute zeige, ist vor nicht allzu langer Zeit entstanden. Ich wurde von Bele->belekeck und Susi->alle-wuensche-werden-wahr zum gemeinsamen Nähen eingeladen. Es war ein toller und für mich auch ungewöhnlich produktiver Tag, der mir herrliche Stunden mit Nähfreundinnen und ein schönes Kleid beschert hat. Entstanden ist das Kleid Wanda aus La Maison Victor 5/2016. Interessanter Schnitt, bei dem ich jedoch ein wenig Bedenken hatte. Die breiten und langen Bindebänder, die um die Taille gewickelt werden, zaubern keine Wespentaille. Ich bin aber zufrieden. Mit einem kleinen Trick habe ich erreicht, dass sich die Bänder schön um die Taille legen. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

In meiner Nähecke liegen noch drei weitere fast fertige Kleidungsstücke, alles Named Schnitte, ein zugeschnittenes Burda Kleid und ein halb fertiges Kleid, das ich wieder nach einer Designervorlage nähe. Bis auf ein Kleid, alles deutlich sommerlichere Kleidungsstücke wenn auch nichts, was für die momentan draussen herrschende Temperaturen vorbehaltslos geeignet wäre.

Als nächstes möchte ich aber den neuen Jumpsuit vorstellen, den kann man nämlich auch bei der jetzigen Hitze tragen. 😅

Mittwoch, 7. März 2018

MMM - Agate Pencil Dress - von Enttäuschung bis zu großer Begeisterung

Ich bin ein großer Fan des kleinen, finnischen Indi-Schnittmusterlabels Named. Das mag vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich sein, denn in meinem Blog gibt es - den heutigen nicht eingerechnet - nur drei Posts mit dem Tag "Named" und ich selbst staunte unglaublich, als mir klar wurde, dass ich bis jetzt tatsächlich nur drei Named Schnitte genäht habe. Ich besitze nämlich sehr, sehr, sehr viele Schnittmuster von Named - ich schätze, 70-80% jeder Kollektion befindet sich in meinem Besitz. Auch die letzte Winterkollektion "Earth Science" habe ich sofort ins Herz geschlossen. Die Schnitte wie immer interessant, gut durchdacht und mit Liebe zum Detail entwickelt.

Heute möchte ich das Agate Pencil Dress zeigen, ein figurenbetonter Schnitt mit Kimonoärmeln. Dem Kleid sieht man gar nicht mehr an, dass es mich beim Nähen den letzten Nerv gekostet hat.




Das Agate Pencil Dress war eins der Kleider aus dieser Kollektion, das ich unbedingt nähen wollte. Natürlich am liebsten zweifarbig, um die besonderen Schnittlinien des Kleides richtig zur Geltung zu bringen. Bei jeder Gelegenheit habe ich Ausschau nach passendem Stoff oder passenden Stoffen gehalten, aber lange nichts gefunden. Bis es mich irgendwann im Oktober ganz zufällig in die Stoffabteilung von Karstadt verschlagen hat. Ich war sehr überrascht wieviele schöne Stoffe es dort gab. Ich hätte wirklich ganz viel nach Hause mitnehmen können, habe mich aber glücklicherweise auf drei Stoffe begrenzt. Einer wartet noch auf seine Bestimmung, einen habe ich in der letzten Runde der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" zu einem Kleid verarbeitet und der dritte war von Anfang an für das Agate Kleid vorgesehen.



Ein sehr elastischer Baumwoll-Jacquard mit zwei "guten" Seiten. Volltreffer. Dass er vermutlich nicht weichfallend genug für diesen Schnitt war, habe ich erfolgreich verdrängt. Am nächsten freien Wochenende habe ich mich direkt ans Nähen gemacht. Schnitt kopiert, zugeschnitten und alles mit dem Heftstich der Nähmaschine zusammengenäht. Dann die erste Anprobe. Die finde ich immer besonders spannend. Glückstreffer oder Niete - alles ist offen. Leider fiel Agate in die zweite Kategorie. Das Ergebnis war sehr enttäuschend. Alles irgendwie zu groß. Besonders störend fand ich, dass vorne um dem Bauch herum zu viel Stoff war und das vordere Mittelteil stand ab, als würde sich bei dem Kleid um ein Modell für Schwangere handeln. Fairerweise muss ich zugeben, dass der Fehler weniger dem Schnitt, als vermutlich einer sehr unglücklichen Kombination aus falschem Stoff  und meiner Figur anzurechnen war. Diese Tatsache war mir aber kein Trost. Ich war frustriert, hatte keine Idee, wie ich den Stoffüberschuss an dieser Stelle wegbekommen soll und keine Lust mehr das Kleid weiter zu nähen. Die folgenden Wochen hängte es an der Garderobe und wurde sich wahrscheinlich noch immer dort befinden, wenn nicht während der AnNÄHerung in Bielefeld Claudia das Kleid anhaben würde. Sie sah toll in dem Kleid aus, und ihr Stoff war von der Beschaffenheit wirklich ganz ähnlich wie meiner. Sie hat ihrem Kleid eine Naht in der Taille spendiert und ich dachte mir sofort, dass das vielleicht auch eine Lösung für mich sein könnte.

Wieder zu Hause habe ich dann kurz entschlossen an einem Abend zur Schere gegriffen und das Kleid in der Taille durchgeschnitten. Jetzt konnte ich ähnlich einer Hohlkreuz Anpassung den überschüssigen Stoff vorne in der Taille wegnehmen. Dann habe ich das Kleid in der Schulter noch ein wenig enger gemacht und auch an der Seitennaht ein bisschen angepasst und schon passte es ganz gut. Das ordentliche Bügeln am Schluss hat sein übriges getan. Aus dem ursprünglichen Desaster ist ein schön anliegendes und Dank Elasthan auch sehr bequemes Kleid geworden. 


Es ist schon wieder auf den letzten Drücker, trotzdem freue ich mich sehr, dass ich es noch schaffe an dem März-MeMadeMittwoch teilzunehmen.