Donnerstag, 13. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - Entscheidung & Zwischenstand

Langsam wird mir bewusst, dass die Zeit bis Weihnachten immer knapper wird. Seit Sonntag wird auf dem MeMadeMittwoch Blog der Zwischenstand beim Weihnachtskleid Sew Along präsentiert und ich merke wie sehr ich hinterher hinke. Ich habe noch nichts genäht, ich habe noch nicht mal zugeschnitten.

Im letzten Post habe ich über meine Ideen geschrieben. Entschieden habe ich mich für das Karo-Trägerkleid und die transparente Bluse. Vielleicht, weil ich das Kleid schon länger im Kopf hatte und die Samtkleider eine spontane Idee waren, die ruhig noch ein bisschen "reifen" kann. Vielleicht auch, weil ich für das Karo-Kleid recht schnell ein Schnittmuster gefunden habe, das mir gefiel.

Bildquelle: burdastyle.com

Ich fand, dass das Kleid 112 aus der Burdastyle 9/2017 Potenzial hat und sogar das Styling im Heft fand ich ganz nett. Die fehlenden Brustabnäher haben leichte Zweifel hervorgerufen, aber ich dachte - ich probiere es. Da ich nur 1,5m von dem Karostoff habe - was für das Kleid, was mir vorschwebt extrem wenig ist - war mir klar, dass mir der Schnitt passen muss und ich um eine Nesselprobe nicht herumkomme. Glücklicherweise war das kein großer extra Aufwand, es waren ja nur zwei Teile plus Träger. Leider hat der schnelle Test meine Vorahnung bestätigt. Meine Figur benötigt für ein Kleid dieser Form unbedingt Brustabnäher. Wirklich schade, denn Abnäher verzehren oft unschön den Karoverlauf. Die Größe musste ich nach dem Brustumfang wählen, oberhalb der Brust war mir das Probemodell dann aber deutlich zu weit. Die Puppe hat zwar nicht ganz meinen Umfang, aber so ähnlich sah das auch an mir aus.


Anhand der zwei Fotos unten kann man sehen, wie gravierend ein Abnäher die Passform verändert.

Und wie ist eigentlich das Miu Miu Kleid genäht? Hat es Abnäher oder hat es keine? Das Oberteil sieht auf jeden Fall vorne sehr raffiniert aus. Es ist im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, hat aber oben eine Blende, die wiederum im geraden Fadenlauf liegt. Das Interessante ist jedoch, dass die Blende nicht ganz bis zu der Seitennaht geht, sondern in Verlängerung des Trägers endet.

Bildquelle: Mytheresa

Ich weiß nicht genau, wie das Oberteil konstruiert ist, aber beim Betrachten des Fotos bin ich auf die Idee gekommen, dass man den Abnäher in die Naht zwischen der Blende und dem restlichen Oberteil integrieren könnte. Folglich habe ich den im Probemodell abgesteckten Abnäher erst mal in den Schnitt übertragen und ihn dann im zweiten Schritt entsprechend verlegt.

Um sicher zu gehen, dass meine Überlegungen richtig waren, habe ich noch schnell eine zweite Nesselprobe genäht. Und siehe da, es hat tatsächlich funktioniert. Auf der einen Seite (das Foto links bzw. oben) habe ich den Abnäher so lang genäht, wie der idealerweise sein müsste. Hier ist die Passform für mich optimal. Auf der anderen Seite (das Foto rechts bzw. unten) habe ich den Abnäher gekürzt und ihn vollständig in der Naht "versteckt". Hier ist die Passform nicht ganz so gut, es kann aber sein, dass man den richtigen Stoff besser in Form bügeln kann. Welche Version letztendlich besser ist, werde ich später entscheiden.

Beim genauen studieren des Miu Miu Kleides ist mir auch aufgefallen, dass auf dem Laufsteg das Kleid mit einem Gürtel auf Taille gebracht ist und die Naht einige Zentimeter unterhalb der Taille liegt, im Verkauf dagegen sieht das Kleid deutlich taillierter aus und die Naht scheint auch genau in der Taille zu liegen. Hm, mir gefällt die Laufsteg-Variante irgendwie mehr. Und was meint ihr?

Bildquelle: Mytheresa

Wie ihr seht, kann ich mich sehr mit Kleinigkeiten aufhalten. Zu der Bluse habe ich mir ebenfalls schon ein paar Gedanken gemacht, aber dazu beim nächsten Mal mehr. Als allererstes soll ich jetzt zusehen, dass ich das Kleid überhaupt zugeschnitten bekomme. Ich habe schon probiert die einzelnen Schnittteile auf den Stoff zu legen. Das wird verdammt knapp. Wünscht mir Glück!

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass ich die letzten MeMadeMittwoch Posts unglaublich spannend finde. Man verfolgt im Moment nicht nur das Nähen der Weihnachtskleider sondern auch den Wechsel des MeMadeMittwoch Teams. In jedem Post verabschiedet sich ein bisheriges Teammitglied und stellt gleichzeitig seinen Nachfolger vor. Was für eine schöne Idee! Liebe Sybille, liebe Nina, ich möchte mich bei euch für die lange Mitgestaltung des MeMadeMittwochs herzlich bedanken. Liebe Sylvia, liebe Elke, es ist schön euch im Team zu sehen!

Dienstag, 4. Dezember 2018

Weihnachtskleid Sew Along 2018 - Ideen

Es gibt ihn also auch in diesem Jahr, den Weihnachtskleid Sew Along, dass alljährliche Highlight unter den Nähbloggerinnen. Seit Jahren schon wird in der Vorweihnachtszeit auf dem MeMadeMittwoch Blog das gemeinsame Nähen eines Weihnachtsoutfits zelebriert. Es wurden früher schon Blogs nur deswegen eröffnet, um an dem Sewalong teilnehmen zu können. In diesem Jahr ging der Trend eher in umgekehrte Richtung. Viele Blogs wurden geschlossen und auch dem MeMadeMittwoch merkte man die allgemeine Blogmüdigkeit an. Ganz ehrlich, ich dachte wirklich, der MeMadeMittwoch steht kurz vor dem aus. Wie schön, dass ich mich getäuscht habe! Ein neues Team wird die Plattform weiterführen und an dieser Stelle möchte ich mich schon bei allen bisherigen Teammitgliedern herzlich für die langjährige engagierte Organisation bedanken und das neue Team willkommen heißen. Danke Dodo! Danke Katharina! Herzlich willkommen Ina und Elke! Ich bin schon sehr gespannt auf die weiteren Teammitglieder und alles was uns noch sonst an Änderungen zukünftig erwartet.

Apropos Zukunft: auch mein virtuelles Zuhause schlummert schon seit Monaten vor sich hin. Nach ganzen drei Posts am Anfang des Jahres gab es eine lange Pause, die ich mit einem Post im Sommer versucht habe zu beenden aber die Rückkehr zu der gewohnten Bloggerroutine ist mir damit nicht gelungen. Jetzt hoffe ich sehr, dass mir der WKSA helfen wird, den Rhythmus wiederzufinden.

Einen konkreten Plan habe ich noch nicht aber wie immer viele Ideen. Einige Tage schon liegen auf meinem Bügelbrett Stoffe ausgebreitet, die ein Weihnachtsoutfit werden könnten.


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Samtkleid mit opulent gerafften Ärmeln
(Inspiration: Ulla Johnson Winter 2018)
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Ganz links ein erst kürzlich in Hamburg erstandener 1,7m Rest von wunderbarem Viskose/Seide Samt. Ein Traumstoff, der für mich auch sehr zu Weihnachten passen würde. Als ich den Rest bei Mahler Stoffe entdeckte, dachte ich spontan an ein Oberteil und überhaupt nicht an Weihnachten. Aber... Während des Bloggertreffens haben wir uns ein wenig über die russische Schnittmusterfirma Grasser unterhalten. Zu Hause wollte ich mir die Schnittmuster dieser Firma genauer anschauen und bin dabei ganz zufällig über ein wunderschönes Samtkleid gestolpert. Bei Grasser findet man viele Schnittmuster, die sich an die Laufsteg-Mode anlehnen. Das besagte Kleid ist eine Nachempfindung eines Kleides aus der Ulla Johnson Winterkollektion 2016. Leider reicht die Stoffmenge, die ich habe dafür bei weitem nicht. Da ich das Kleid aber wirklich schön fand, habe ich ein wenig geschaut was, die mir bis dahin völlig unbekannte in New York ansässige Designerin sonst noch entwirft. Ihr Stil wird als moderne Boho-Mode bezeichnet. Üppig. Viel Stoff, viele Rüschen und Volants und Samt findet sich immer wieder in ihren Kollektionen. Auch in der aktuellen Winterkollektion habe ich ein Samtkleid entdeckt, das mir gefällt und das eventuell aus der Stoffmenge, die ich habe machbar wäre. Viel Spielraum habe ich jedoch nicht, da der Samt nur 1,15m breit ist. Sollte der Stoff für das Kleid nicht reichen, werde ich, dann wahrscheinlich erst nach Weihnachten, ein ähnlich geschnittenes Oberteil nähen. Schnittmuster für dieses Projekt habe ich noch nicht.

Bildquelle meiner Inspiration: Farfetch

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Kariertes Midikleid mit schmalen Trägern
(Inspiration: Miu Miu Sommer 2018)
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Den Karostoff habe ich schon seit einer Ewigkeit. Ich habe die 1,5m bei irgendeinem Karstadt Sale für 3€/m gekauft und habe keine Ahnung mehr, was ich ursprünglich daraus nähen wollte. Die meiste Zeit lag er in einer Kiste verpackt und erst als ich in diesem Jahr die Frühjahrskollektion von Miu Miu sah, in der einige Karo-Stücke zu sehen waren, habe ich ihn wieder herausgeholt und gedacht, dass man endlich etwas daraus nähen könnte. Aus dieser Miu Miu Kollektion stammt auch mein Inspirationskleid. Ein weit geschnittenes Trägerkleid. Für einen ganz weiten Rock würde der Stoff leider auch hier nicht reichen, aber etwas in der Art könnte ich mir vorstellen aus dem Stoff zu nähen. Sowohl das Muster als auch die Farbe passen aus meiner Sicht sehr gut zu Weihnachten. Einen konkreten Schnitt habe ich dafür jedoch noch nicht.

Bildquelle meiner Inspiration: Mytheresa

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Transparente Bluse mit Rüsche
(Inspiration: Miu Miu Sommer 2018)
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Sollte ich mich für das Karokleid entscheiden möchte ich gerne dazu eine kurzärmlige Bluse nähen. Diese Kombination war ebenso in der Miu Miu Frühjahrskollektion zu sehen. Das finde ich, besonders für die Feiertage, ein bisschen spannender als die übliche Trägerkleid-Rollkragenpullover-Kombi. Einen farblich passenden semitransparenten Seidencrepe habe ich zufällig in der Restestube bei Hüco entdeckt. Nach einem Schnitt müsste ich noch suchen.

Bildquelle meiner Inspiration: Vogue

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Midi Etuikleid, ärmellos, mit Raffungen im Taillenbereich
(Inspiration: Miu Miu Winter 2018)
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Nach Samt und Karo nun auch Blumen als Möglichkeit. Nicht das typische Weihnachtsmotiv, trotzdem würde mir das großblumige Muster ebenso gefallen. Die Inspiration - auch hier Miu Miu, diesmal die aktuelle Winterkollektion - beißt sich ein wenig mit meinem Stoff und soll nur visualisieren, welche Kleidform ich für meinen Stoff - Baumwolle mit Elastan von Buttinette - wählen würde. Ein ärmelloses Etuikleid in Midilänge mit Raffungen im Taillenbereich. Dazu gerne eine Mohair Strickjacke. Wolle hätte ich sogar schon aber die Realisierung bis Weihnachten ist eher unrealistisch. Ich habe hier Vogue 1314 liegen, das mit kleinen Änderungen vielleicht als Schnittmuster geeignet wäre. Ich nehme an, dass auch in meiner Burda-Sammlung sich ein passendes Schnittmuster finden müsste.

Bildquelle meiner Inspiration: Mytheresa

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Gemma Maxi Dress
(Named Winter 2017 - Earth Science)
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Ganz unerwarteter Neuzugang vom Samstag würde auch noch in Frage kommen und ganz bestimmt ein extrem bequemes Weihnachtskleid abgeben. Eigentlich war es ein Fund von Frau Rothedinge, der dann aber doch unbedingt auf meinen Stoffstapel wollte ;). Ich würde sagen es ist ein Nickistoff, ein sehr schöner zwar mit samtartig changierender Oberfläche, dennoch ein Stoff aus dem üblicherweise Baby- und Kinderbekleidung oder bequeme Haus- und Freizeitanzüge genäht werden. Ich persönlich würde viel lieber probieren das Gemma Maxi Dress von Named aus dem Stoff zu nähen.

Bildquelle meiner Inspiration: Named 

Neue Ideen, geänderte Pläne, alles schon entschieden, noch völlige Unklarheit, wie bei mir...  Seit Sonntag werden auf dem MMM-Blog die Berichte der anderen Teilnehmerinnen des WKSA nach und nach verlinkt und es ist sehr spannend sie zu lesen.

Ich muss mich schnellstens entscheiden! In ein paar Tagen gibt's schon den nächsten Termin. Welche meiner Ideen würde denn euch am besten gefallen?

Montag, 30. Juli 2018

Zurück im Online-Leben

Nach einer längeren Blogpause melde ich mich wieder zu Wort. Ich habe beschlossen nicht über die Grunde meiner Online-Abwesenheit zu schreiben. Sie sind für das Thema meines Blogs nicht relevant. Es ist normal, dass es im Leben eines Hobby-Bloggers immer wieder mal Zeitabschnitte gibt, in denen man privat oder beruflich stärker gefordert wird und für ein Hobby keine bzw. sehr wenig Zeit übrig bleibt. Tatsache ist, dass hinter mir anstrengende Monate liegen und ich mich immer noch ein wenig kraftlos fühle. Die Freude am Kleidermachen habe ich nicht verloren, aber die Bloggerroutine ist irgendwie weg. Vielleicht liegt es auch ein bisschen am allgemeinen Trend. Da wo ich früher gerne gelesen habe, wird kaum noch was geschrieben. Die Kennzeichnungspflicht von Werbung, neue Datenschutz-Grundverordnung, immer stärkere Instagram-Nutzung... Sind das die Gründe warum sich die Nähblogger im deutschsprachigen Raum so sehr zurückgezogen haben? Ich bedauere die Entwicklung sehr und will eigentlich nicht diesem Trend folgen. Die nächste Zeit wird zeigen, ob ich ins Bloggerleben noch zurückfinden werde.

Heute möchte ich mit einem kleinen und absolut nicht wetterkonformen Rückblick beginnen und zeigen was in der Zeit, in der ich nichts geschrieben habe, entstanden ist.



~~~~ Kleid Grace, La Maison Victor 4/2014 ~~~~


✂ Das Kleid Grace aus La Maison Victor 4/2014 habe ich noch vor Ostern genäht. Diese Ausgabe des Magazins gab es nur auf holländisch und französisch zu kaufen. Ich habe die französische Version direkt beim Herausgeber bestellt. Leider ist sie dort mittlerweile ausverkauft. Der Stoff lag schon länger in meinem Stofflager und wurde jetzt endlich verarbeitet. Bei der Schnittwahl hat mir euer Voting auf Instagram sehr geholfen. Herausgekommen ist ein perfektes Übergangskleid, das ich im Frühjahr viel getragen habe.

~~~~ Stella Shirt Dress, Named ~~~~


✂ Das nächste Projekt war das Stella Shirt Dress von Named. Obwohl ich für das Kleid eine sehr dünne Viskose genommen habe, habe ich es genäht als es draußen noch sehr kalt war. Den Schnitt mag ich sehr. Die weiten Raglanärmel und ein Gummizug in der Taille engen nicht ein und das Kleid trägt sich ganz bequem.

~~~~ Lempi Button Down Dress, Named ~~~~


✂ Nach der Stella gab es eine längere Nähpause. Das erste Projekt danach war wieder ein Named Schnitt. Diesmal das Lempi Button Down Dress aus der Evolution Theory Kollektion vom Herbst/Winter 2016. Genäht habe ich das Kleid aus dünnem Viskose-Woll-Crêpe in Schwarz. Der Schnitt gefällt mir sehr und ich möchte ihn unbedingt noch in einer anderen Farbe nähen. Im Vorrat habe ich dünnen, blassgrünen Leinenstoff, der sich vielleicht ganz gut eignen würde. Auch eine gemusterte Version könnte ich mir gut vorstellen.

~~~~ Kleid Wanda, La Maison Victor 5/2016 ~~~~


✂ Das letzte Kleid, das ich heute zeige, ist vor nicht allzu langer Zeit entstanden. Ich wurde von Bele->belekeck und Susi->alle-wuensche-werden-wahr zum gemeinsamen Nähen eingeladen. Es war ein toller und für mich auch ungewöhnlich produktiver Tag, der mir herrliche Stunden mit Nähfreundinnen und ein schönes Kleid beschert hat. Entstanden ist das Kleid Wanda aus La Maison Victor 5/2016. Interessanter Schnitt, bei dem ich jedoch ein wenig Bedenken hatte. Die breiten und langen Bindebänder, die um die Taille gewickelt werden, zaubern keine Wespentaille. Ich bin aber zufrieden. Mit einem kleinen Trick habe ich erreicht, dass sich die Bänder schön um die Taille legen. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

In meiner Nähecke liegen noch drei weitere fast fertige Kleidungsstücke, alles Named Schnitte, ein zugeschnittenes Burda Kleid und ein halb fertiges Kleid, das ich wieder nach einer Designervorlage nähe. Bis auf ein Kleid, alles deutlich sommerlichere Kleidungsstücke wenn auch nichts, was für die momentan draussen herrschende Temperaturen vorbehaltslos geeignet wäre.

Als nächstes möchte ich aber den neuen Jumpsuit vorstellen, den kann man nämlich auch bei der jetzigen Hitze tragen. 😅

Mittwoch, 7. März 2018

MMM - Agate Pencil Dress - von Enttäuschung bis zu großer Begeisterung

Ich bin ein großer Fan des kleinen, finnischen Indi-Schnittmusterlabels Named. Das mag vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich sein, denn in meinem Blog gibt es - den heutigen nicht eingerechnet - nur drei Posts mit dem Tag "Named" und ich selbst staunte unglaublich, als mir klar wurde, dass ich bis jetzt tatsächlich nur drei Named Schnitte genäht habe. Ich besitze nämlich sehr, sehr, sehr viele Schnittmuster von Named - ich schätze, 70-80% jeder Kollektion befindet sich in meinem Besitz. Auch die letzte Winterkollektion "Earth Science" habe ich sofort ins Herz geschlossen. Die Schnitte wie immer interessant, gut durchdacht und mit Liebe zum Detail entwickelt.

Heute möchte ich das Agate Pencil Dress zeigen, ein figurenbetonter Schnitt mit Kimonoärmeln. Dem Kleid sieht man gar nicht mehr an, dass es mich beim Nähen den letzten Nerv gekostet hat.




Das Agate Pencil Dress war eins der Kleider aus dieser Kollektion, das ich unbedingt nähen wollte. Natürlich am liebsten zweifarbig, um die besonderen Schnittlinien des Kleides richtig zur Geltung zu bringen. Bei jeder Gelegenheit habe ich Ausschau nach passendem Stoff oder passenden Stoffen gehalten, aber lange nichts gefunden. Bis es mich irgendwann im Oktober ganz zufällig in die Stoffabteilung von Karstadt verschlagen hat. Ich war sehr überrascht wieviele schöne Stoffe es dort gab. Ich hätte wirklich ganz viel nach Hause mitnehmen können, habe mich aber glücklicherweise auf drei Stoffe begrenzt. Einer wartet noch auf seine Bestimmung, einen habe ich in der letzten Runde der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" zu einem Kleid verarbeitet und der dritte war von Anfang an für das Agate Kleid vorgesehen.



Ein sehr elastischer Baumwoll-Jacquard mit zwei "guten" Seiten. Volltreffer. Dass er vermutlich nicht weichfallend genug für diesen Schnitt war, habe ich erfolgreich verdrängt. Am nächsten freien Wochenende habe ich mich direkt ans Nähen gemacht. Schnitt kopiert, zugeschnitten und alles mit dem Heftstich der Nähmaschine zusammengenäht. Dann die erste Anprobe. Die finde ich immer besonders spannend. Glückstreffer oder Niete - alles ist offen. Leider fiel Agate in die zweite Kategorie. Das Ergebnis war sehr enttäuschend. Alles irgendwie zu groß. Besonders störend fand ich, dass vorne um dem Bauch herum zu viel Stoff war und das vordere Mittelteil stand ab, als würde sich bei dem Kleid um ein Modell für Schwangere handeln. Fairerweise muss ich zugeben, dass der Fehler weniger dem Schnitt, als vermutlich einer sehr unglücklichen Kombination aus falschem Stoff  und meiner Figur anzurechnen war. Diese Tatsache war mir aber kein Trost. Ich war frustriert, hatte keine Idee, wie ich den Stoffüberschuss an dieser Stelle wegbekommen soll und keine Lust mehr das Kleid weiter zu nähen. Die folgenden Wochen hängte es an der Garderobe und wurde sich wahrscheinlich noch immer dort befinden, wenn nicht während der AnNÄHerung in Bielefeld Claudia das Kleid anhaben würde. Sie sah toll in dem Kleid aus, und ihr Stoff war von der Beschaffenheit wirklich ganz ähnlich wie meiner. Sie hat ihrem Kleid eine Naht in der Taille spendiert und ich dachte mir sofort, dass das vielleicht auch eine Lösung für mich sein könnte.

Wieder zu Hause habe ich dann kurz entschlossen an einem Abend zur Schere gegriffen und das Kleid in der Taille durchgeschnitten. Jetzt konnte ich ähnlich einer Hohlkreuz Anpassung den überschüssigen Stoff vorne in der Taille wegnehmen. Dann habe ich das Kleid in der Schulter noch ein wenig enger gemacht und auch an der Seitennaht ein bisschen angepasst und schon passte es ganz gut. Das ordentliche Bügeln am Schluss hat sein übriges getan. Aus dem ursprünglichen Desaster ist ein schön anliegendes und Dank Elasthan auch sehr bequemes Kleid geworden. 


Es ist schon wieder auf den letzten Drücker, trotzdem freue ich mich sehr, dass ich es noch schaffe an dem März-MeMadeMittwoch teilzunehmen.


Donnerstag, 22. Februar 2018

Schluppe, Rüschen und ein witziges Katzenmuster

Seit einiger Zeit schon mache ich mir Gedanken darüber, dass ich deutlich mehr Unis brauche um ein wenig Ruhe in meinen sehr bunten Kleiderschrank zu bringen. Es ist nicht so, dass mir die Sachen, die ich habe, nicht gefallen. Eigentlich mag ich sogar fast jedes, meiner wild gemusterten Stücke. Nur eines sind sie wirklich nicht - kombinierfreudig. Da hängen Mäntel im Schrank, die sich mit keinem meiner Kleider vertragen und Kleider für die ich nichts zum Drüberziehen habe. Weil Kombipartner fehlen, werden viele der Sachen viel zu selten getragen. Fazit: Ich brauche wirklich dringend mehr einfarbige, kombifreundliche Stücke. Soweit die Theorie. Leider happert's noch an der Umsetzung.  In meinem beachtlichen Vorrat überwiegen gemusterte Stoffe und auch bei Neukäufen greife ich weiterhin öfter zu Mustern. So waren auch die zwei letzten Stoffe, die ich in 2017 gekauft habe, wieder gemustert. Beide musste ich unbedingt haben. Beide schon vernäht. Ein schwarzgrundiger Crêpe mit großen rosé-weißen Rosenblüten wollte unbedingt das Kleid Jewel aus La Maison Victor 6/2017 werden und die Viskose mit witzigem Katzen-Print hat geradezu nach dem Rüschen-Kleid 110 aus Burda 9/2017 geschrien.

Auf diese Weise statt über einen zurückhaltenden Neuzugang zu schwärmen zeige ich heute, mehr als drei Wochen später als versprochen, wieder mal ein wild gemustertes Kleid, das dazu noch eine Schluppe und einige Rüschen hat. Und nach dem Motto "mehr ist mehr" habe ich mich noch vor ein buntestes Haus weit und breit hingestellt um ein paar Fotos von dem Kleid zu machen. Nachhinein bin ich mir nicht ganz sicher, ob der lebhafte Hintergrund dem Kleid schmeichelt, aber egal... gemacht ist gemacht :).








Eigentlich ist das Kleid nicht schwierig zu nähen. Da es eher ein locker geschnittenes Modell ist, kommt es beim Anpassen nicht auf jeden Millimeter Zentimeter an. Trotzdem fand ich es an einigen Stellen gar nicht so einfach. Es ist ein Langgrößen Modell und groß bin ja wirklich nicht. Ich habe schon einige Langgrößenschnitte genäht und hab dann die Sachen, entgegen aller Empfehlungen, immer einfach am Saum gekürzt. Bei diesem Schnitt musste ich beim Kürzen ein wenig auf die Proportionen achten. Zuerst mal fand ich das Oberteil sehr kurz - alles was babydollmäßig kurz unter der Brust endet, mag ich nicht besonders -, also habe ich es um 2 cm verlängert. Die erste und zweite Rockbahn habe ich dagegen um 3 cm schmaler gemacht und dann noch einige Zentimeter am Saum weggenommen. Für mich war auch die Originallinie des Kleides zu sehr ausgestellt. Nur leider habe ich das erst bei der Anprobe festgestellt. Da waren die Rüschen schon dran und man konnte das Zuviel der Weite nicht einfach an den Seiten wegnehmen. Ich musste jede Rockbahn an den Seiten ein wenig trennen, enger machen, den Umfang der Rüschen anpassen und alles wieder zusammennähen. Das Kleid könnte an der Hüfte immer noch ein wenig enger liegen, aber das ganze Spielchen mache ich nicht noch mal.

Das Katzenmuster wird uns bestimmt noch des öfteren begegnen. Bei Frau Knopf habe ich es schon entdeckt und auch die fesche Lola hat ein Zwillingskleid. Den Schnitt in einem anderen Katzenprint zeigte Brigitte von Overluck bereits im letzten Herbst und auf den Post von Martina in dem Kleid warte ich auch sehr gespannt. Habt ihr vielleicht noch mehr entdeckt? Mir ist bestimmt etwas entgangen.

Trotz aller Freude über meine zwei letzten Kleider, hoffe ich tatsächlich hier demnächst auch das eine oder andere musterlose Stück zu zeigen. Wir lesen uns hoffentlich bald wieder.

Sonntag, 28. Januar 2018

Das Weihnachtskleid - Jewel aus La Maison Victor 6/2017

Es wird Zeit, dass ich hier endlich mein Weihnachtskleid zeige. Die Teilnahme am Finale des Weihnachtskleid Sew Alongs scheiterte diesmal an fehlenden Fotos. Das Kleid selbst war rechtzeitig fertig. Ich habe es sogar schon eine Woche vor Weihnachten ausgeführt in der Hoffnung ein paar weihnachtlich angehauchte Fotos machen zu können. Das Vorhaben ist missglückt. Keine brauchbare Idee, zu viele Leute, schlechtes Licht... Ein Weihnachtskleid schön (themenbezogen) in Szene zu setzten ist gar nicht so einfach.

Und dann kamen auch schon Weihnachten, die bei uns in diesem Jahr nicht gerade ruhig und besinnlich verlaufen sind. Küche unter Wasser am Heiligabend ist nicht gerade das, was man unter einem Traum-Weihnachtsabend versteht. "Im Weihnachtskleid unter der Spüle" könnte ebenso gut der Titel dieses Posts sein. Den 1. und 2. Weihnachtstag haben wir glücklicherweise ruhiger ohne weitere Zwischenfälle verbracht aber eine richtige Weihnachtsstimmung wollte sich bei mir nicht einstellen.

Nach Weihnachten habe ich dann kurz überlegt einen zweiten Versuch mit den weihnachtlichen Fotos zu starten, die Idee aber gleich wieder verworfen. Einen schönen, ganz ruhigen Ort zum Fotografieren haben wir letztendlich unweit unserer alten Wohnung gefunden. Der Tag war sonnig aber sehr kalt, daher musste alles sehr schnell gehen. Schon nach drei Minuten hatte ich rote Nase und blau unterlaufene Finger :)






Was man auf den Fotos sieht ist das Kleid Jewel aus der La Maison Victor 6/2017. In 2017 fühlte ich mich sehr oft zu Blumenmustern hingezogen (hier, hier und hier gibt es den Beweis dafür) und als ich in LMV das schwarzgrundige Blumenkleid sah, wollte ich unbedingt sofort ein ähnliches haben. Den passenden Stoff habe ich bei Buttinette gefunden, wo ich schon seit einiger Zeit gerne online shoppen gehe.

Zu dem Schnitt gibt es nicht viel zu sagen. Ich habe mich größtenteils an die Anleitung gehalten und erlebte keine bösen Überraschungen. An den Seiten musste ich das Kleid ein wenig enger machen. Ich finde, dass die LMV Schnitte immer recht großzügig ausfallen, wenn man sich an die Größenangaben in der Tabelle hält. Findet ihr das nicht auch? Vielleicht sollte ich demnächst auf eine Größe kleiner ausweichen.

Geändert habe ich nur die Ärmel. Der Schnitt hat kurze Ärmel und das finde ich für den Winter ein bisschen unpraktisch. Ein kurzärmliges Kleid würde man wahrscheinlich nie ohne ein Jäckchen tragen können. Ich habe die Ärmel zu einer dreiviertel Länge verlängert und mit Manschetten, wie bei einem Hemdblusenkleid, versehen. So kann ich das Kleid ich in behaglichen Räumen auch ohne etwas drüber tragen.



Zusammen mit dem Blumenstoff habe ich noch einen Stoff mit lustigem Katzenmuster bestellt. Auch dieser ist bereits vernäht und auch schon auf Instagram gezeigt. Auch Tragefotos sind schon gemacht worden, was heißt, im Laufe der nächsten Woche wird hier ein weiterer Post kommen.

Sonntag, 31. Dezember 2017

Vom Laufsteg in den Kleiderschrank - 6.3 - Ein Ende mit einem Hauch von Dries van Noten

Ein paar Stunden noch, dann ist das alte Jahr vorbei und ganz ehrlich ich kann es kaum erwarten. In vielerlei Hinsicht war das kein gutes Jahr für mich und auch wenn der Jahreswechsel allein keine Änderungen mit sich bringen wird, symbolisch gesehen hat der Wechsel immer etwas von einem Neuanfang. Darauf freue ich mich diesmal ganz besonders.


Die Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" war eine der Sachen, die ich auf jeden Fall der positiven Seite der Jahresbilanz zuschreiben möchte. Sich von den Laufstegentwürfen inspirieren lassen war schon immer mein Thema, mit dem ich mich 2017 zusammen mit Monika und einem kleinen aber feinen Kreis Nähbloggerinnen, die mitgemacht haben, sehr gerne kontinuierlich und intensiv befasst habe.

Heute endet die letzte Runde und ich sage: Wir haben es geschafft, sehr gut sogar! In den sechs Runden wurden sehr viele tolle Ideen realisiert und ich möchte mich an dieser Stelle bei allen die mitgemacht, gelesen und kommentiert haben, herzlich bedanken.


Die letzte Runde schließe ich mit einem unspektakulären Ergebnis ab. Wie schon die vorherigen Male so auch diesmal liegen meine Pläne und das, was ich tatsächlich geschafft habe weit auseinander. Deswegen bin ich aber nicht enttäuscht, denn wie man sagt: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ganz bestimmt werde ich das eine oder andere geplante Kleidungsstück noch realisieren. Direkt im Januar möchte ich meine Dries van Noten Liste weiter abarbeiten.

Heute zeige ich das einzige, was bis heute fertiggeworden ist. Ein schlichtes Kleid (-> das erste Projekt auf meiner längeren Dries van Noten Wunschliste), welches auch nähtechnisch nicht besonders schwierig war. Ein Projekt, das beweist, dass die Sachen vom Laufsteg durchaus in ein gewöhnliches Leben passen können.


Ein dunkles Kleid, welches noch dazu wetterbedingt bei äußerst schlechten Lichtverhältnissen fotografiert werden musste verrät natürlich nicht viele Schnittdetails. Es ist ein Schnittmuster aus der Knipmode, welches ich außer Längenanpassung und anderem Hals- und Ärmelabschluss unverändert genäht habe. Ich bin mit der Passform sehr zufrieden, besonders die Raglanärmel liegen sehr gut. Wenn jemand die schon ältere Knipausgabe hat und diese Kleiderform mag, dem kann ich den Schnitt wirklich empfehlen. Mehr Informationen zu dem Schnitt und der Inspiration findet ihr in dem Zwischenstandbericht.



Meinerseits erkläre ich die Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" für beendet. Ich bin sehr gespannt, ob die anderen Teilnehmerinnen etwas Zeit für die Realisierung ihrer Laufstegideen in der stressigen Zeit am Ende des Jahres erübrigen konnten. Die Berichte werden bei Monika gesammelt.

Als letztes möchte ich euch noch den besten aller Jahreswechsel wünschen und einen zauberhaften Start in das neue Jahr. Auf neue Ideen, Projekte und Herausforderungen!


Hier noch einmal alle meine Beiträge im Überblick
1. Runde (Dior)
2. Runde (Gucci)
3. Runde (Dior)
4. Runde (Dolce & Gabbana)
5. Runde (Prada)
6. Runde (Dries van Noten)