Donnerstag, 21. Februar 2013

SWAP 12/13 - Zweiteiler #1: Hose

Eigentlich will ich schon seit Tagen mehr Ordnung in der Wohnung schaffen und ich sollte nähen, denn der 1. März naht. Immi und Rong und auch Sabine sind schon untergetaucht und arbeiten bestimmt ganz fleißig an der SWAP-Garderobe. Ich stattdessen sitze am Computer und überlege was euch von meinem Hosen-Nähabenteuer interessieren könnte.

Ich wollte eine gerade geschnittene 7/8-Hose nähen, die zusammen mit einem Kleid getragen werden kann. Mit dieser Absicht habe ich mich auf die Suche nach einem passenden Schnitt begeben und tatsächlich ganz viele Schnittmuster gefunden, die ähnlich und zumindest theoretisch geeignet wären. In solchen Situation vergleiche ich meistens die technischen Zeichnungen. Oft stelle ich fest, dass viele Schnittmuster sich immer wieder wiederholen und voneinander kaum unterscheiden. Leider lässt sich die Frage, ob die Schnitte sich vielleicht doch in der Passform unterscheiden, weder anhand der technischen Zeichnungen noch mithilfe von Abbildungen mit Bestimmtheit beantworten. Diesmal wollte ich es genau wissen und habe mir vorgenommen drei Schnittmuster zu vergleichen. Meine Auswahl fiel auf diese Schnitte.


1. Burda 05/2012#108 / 2. Burda 09/2012#110 / 3. Vogue V8840

Ich habe drei Probehosen genäht. Bei der Wahl der Größe habe ich mich exakt an die Angaben in den Maßtabellen gehalten. Auf den Vergleich war ich sehr gespannt. Leider war die erste Anprobe ernüchternd. Keine der Probehosen hat nur an­nä­he­rungs­wei­se gepasst. Fast jede Hose, die ich im Geschäft anprobiere sitzt besser! Nachdem der erste Schock vorbei war, habe ich versucht die Passprobleme genauer zu bestimmen und herauszufinden welche der Probehosen zum besten Endergebnis führen wird. Beide Burda Hosen waren mir im Bereich der Oberschenkel zu eng. Die Vogue Hose war überall deutlich zu groß und saß zudem auch vorne im Schritt sehr komisch. Sie wurde als erste aussortiert. Als Nächstes musste ich mich zwischen den beiden Burda Hosen entscheiden. Nach mehrmaligen Wechselanproben habe ich mich für Hose Nr. 1 entschieden. Bei mir saß sie doch ein wenig besser als die Nr. 2 und auch die Tatsache, dass die obere Hosenkante vorne tiefer war als hinten fand ich angenehm. Nachdem die Entscheidung getroffen war, ging es an die Passformänderungen. Letztendlich waren es weniger Anpassungen notwendig als ich am Anfang befürchtet habe. Nachdem ich an der inneren Naht des vorderen Hosenteils ein bisschen (oder mehr als nur ein bisschen) Weite zugegeben habe, saß die Hose auf einmal ganz gut.



Im Endeffekt war das Nähen dann einfach. Die Hose ist ohne jeglichen Schnickschnack genäht und hat auch keine Taschen. Ich weiß, dass für viele eine Hose ohne Taschen gar nicht denkbar ist, und eigentlich gehöre ich auch zu dieser Gruppe. Diesmal habe ich mich aufgrund des Stoffes, oder besser gesagt meiner nicht vorhandenen Erfahrung mit solchem Stoff, gegen die Taschen entschieden. Der Wollbouclé ist nicht dünn aber locker gewebt und ich hatte die Befürchtung, dass die Taschen sich sehr stark abzeichnen würden. 

Den Reißverschluss habe ich nach hinten verlegt. Auch den Besatz habe ich anders angenäht. Normalerweise werden zuerst am Besatz die Seitennähte gesteppt und dann wird der Besatz an die obere Hosenkante angenäht. Meine Reihenfolge war anders. Ich habe zuerst den vorderen und die hinteren Besätze an die entsprechenden Hosenteile angenäht. Erst danach wurden die Seitennähte gesteppt und zwar durchgehend am Besatz und an der Hose. Auf diese Weise kann ich die Hose sehr schnell an den Seitennähten enger machen sollte der locker gewebte Stoff sich beim Tragen ausgedehnt haben.

 




Wie man sieht bin ich auf großen Umwegen zu meiner Hose gekommen und irgendwie habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich von diesem Vorgehen besonders profitiert habe. Ich habe nichts gelernt, was ich beim Nähen der nächsten Hose direkt nutzen könnte und bin mir ziemlich sicher, dass bei einem neuen Schnittmuster ich wieder von Null anfangen muss. Da das ist natürlich auf die Dauer sehr frustrierend seien kann, werde ich mich mit dem Hosen-Thema anders auseinanderzusetzen.

Der eigene Hosenschnitt, das ich für mich die Lösung und der erste Schritt ist schon getan - benötigte Literatur und sonstiges Zubehör liegen bereits zu Hause.

Kommentare:

  1. Ha, ha... ich musste als erstes einmal lachen als ich gelesen habe wir seien 'untergetaucht'!
    In meinem Fall ist es leider nicht so, dass ich das SWAP-Finale von langer Hand vorbereitet hät(te geschweige denn irgendwo aufgeräumt). *seufz* Bin einfach nur im Alltagsstress und blogge deshalb weniger.
    Nun zu deiner Hose: Sie sitzt erstaunlich gut, und dieser spezielle Stoff ist sooo schön! Das Outfit, also mit dem 60s Pulli dazu ist super!
    Ps: Darf ich dir was verraten? Ich scharre eigentlich mit den Hufen, dass ich mit dem SWAP fertig werde, damit ich dann weitermachen kann mit meinen Hosenschnitten. :)))

    Liebe Grüße
    Immi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei alledem Alltagsstress hast du doch ein schönes Kleid genäht und dazu noch in zwei Variationen. Mir geht es gleich wie dir, am liebsten würde ich schon etwas anderes, etwas für den Frühling nähen, ich habe sooooo viele Pläne.

      Löschen
  2. Oh, das wird spannend - einen eigenen Hosenschnitt zu konstruieren stelle ich mir langwierig vor. Aber Hosenschnittmuster habe ich ehrlich gesagt noch nie ausprobiert, nur eine alte gekaufte Hose schon mehrmals nachgenäht, wobei man daran je nach Material auch immer noch einiges verändern muss. da spielen so viele Faktoren eine Rolle, so dass mir nur bei dem Gedanken als "selbst konstruieren" schon ganz schwindelig wird.

    viele Grüße! Lucy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielleicht hast du ja recht, vielleicht ist es sehr schwierig einen eigenen Hosenschnitt zu konstruieren aber anderseits denke ich mir, dass die Methoden (es gibt unterschiedliche Systeme) eindeutig sind. Normalerweise, also in der Industrie, wird alles am Computer gemacht, was im Umkehrschluss bedeutet, dass alles nach strickten Regeln konstruiert wird. Da ich zumindest anfänglich nur mit einem Bleistift und Lineal arbeiten werde, wird das schon langwieriger, aber ich hoffe, dass ich einiges dabei lernen kann und darum geht es mir in erster Linie. Ich mache mir da keine Zielvorgaben. Auf jeden Fall werde ich weiter berichten :)
      LG Yvonne

      Löschen
  3. Glücklicherweise bezeichnest du mich nicht als "untergetaucht" obwohl ich es eigentlich bin. Es sollte mich sehr wundern wenn ich in bezug auf den SWAP noch was zustande bringe. Meine intensive Arbeitsphase an der Hochschule, die jährliche familiäre Häufung der Geburtstage und die Enkelbetreuung werfen ihre Schatten. Das Nähzimmer ist verweist.
    Deine Hose gefällt mir sehr gut, so schlicht und mit tollem Stoff. Deine Seitennahttechnik ist sicher hilfreich wenn die Hose ausleiert. Ich habe so etwas ähnliches für Röcke in einer der letzten Threads gefunden. Interesse an einer Kopie?
    Hosen nähen finde ich am schwierigsten. Mir ist es ja gelungen einen Schnitt auf meine besonderen Bedürftnisse anzupassen und ich warte wie Immi auf das SWAP-Ende um den Schnitt auch auf ungefütterte Sommerhosen zu übertragen.
    Eigentlich denke ich, dass die inneren Nähte und die Hüftkurve sich auf jeden Hosenschnitt übertragen lassen müssen und ich nicht wieder bei Null anfangen muss.
    Insofern werde ich aufmerksam deine Bemühungen verfolgen.
    Übrigens, dass Top sieht schön zur Hose und den Stiefel aus. Haderst du immer noch damit?
    So jetzt gehe ich wieder Geburtstag feiern.
    Einen schönen Abend
    Mema

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Mema, du hast schon so viele wunderschöne SWAP-Teile genäht. Jetzt kannst du dich ruhig eine Zeit lang anderen Aufgaben und Freuden außerhalb des Nähzimmers widmen :)
      Diese Threads-Ausgabe von der du sprichst habe ich auch. Früher habe ich hin und wieder Hefte am Bahnhof sehr teuer gekauft und vor ein paar Monaten habe ich mich zu einem Abo entschlossen. Das ist, obwohl die Hefte einzeln aus Amerika versendet werden, deutlich preiswerter. Ich finde die Threads-Artikel oft interessant, es gibt leider nichts vergleichbares auf dem deutschen Markt.

      Löschen
  4. *Schmunzel* Ich bin zwar etwas abgetaucht, aber der SWAP profitiert leider nicht davon ;-). Habe nur momentan gerade viel um die Ohren und eine dicke Grippe legt mich schon seit 2 Wochen lahm. Ich müsste dringend auch noch eine Hose für den SWAP fertig kriegen, sonst sind die Kombinationsmöglichkeiten stark eingeschränkt.
    Deine Hose sieht gut aus und wie Mema schon richtig sagt, das Top passt sehr gut dazu! Ich bewundere Deinen Fleiss! Nach 3 Probehosen hätte ich schon keine Lust mehr für eine 4. Aber,.... Dein Fleiss wurde ja auch belohnt!
    Liebe Grüsse von Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Sabine, zu allererst möchte ich dir gute Besserung wünschen. Obwohl ich natürlich auch noch einiges bis zum 1. März fertig kriegen möchte, ist es im Grunde egal. Es passiert doch nichts, wenn deine Hose oder mein Rock erst später fertig werden. In diesem Sinne wünsche ich uns ein entspanntes Nähen.
      Liebe Grüße
      Yvonne

      Löschen
  5. 3 Probehosen! ich bin wirklich beeindruckt!
    Ich habe früher auch immer mal wieder Hosne genäht. Ohne Taschen (die man längeren Obereilen oder Kleidern drüber ja eh ncht braucht)ist das ja eigentlich eine recht unkomplizierte Sachen, WENN man einen guten Schnitt hat.
    ich drück dir die Daumen für die Konstruktion.
    Ich hatte mal einen Lieblingsschnitt und habe den auch zigmal genäht. Aber ähnlich wie Lucy schon schreibt: es ist mit jedem Stoff wieder ein neues Abenteuer!

    LG
    Wiebke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Wiebke, ich gehe jede Wette mit dir ein, dass 3 Probehosen schneller zu fertigen sind als ein Heidi-Jäckchen. Aber klar, ein Heidi-Jäckchen macht viel mehr her als nicht passende Nesselhosen. Ich gebe mich geschlagen.

      Löschen
  6. ja, hose passt gut zum oberteil, hat irgendwie eine wohltuende wirkung das schlichte.
    leider kann ich nix weiter dazu sagen - zu hosen fällt mir nicht so viel ein. ich verspüre auch so gar kein bedürfnis, mir eine solche zu nähen. obwohl ich sie durchaus trage, komischerweise eigentlich nur im frühling oder an kühlen tagen im sommer, mehr so als alternative zu den doofen durchsichtigen(?) strumpfhosen. mein büro ist selbst im sommer strumpf/hosenlos nicht zu ertragen, da friert stein und bein, haha, buchstäblich;-)
    so, wie du den reißverschluss verlegt hast und die besatz-seitennaht-verarbeitung mach ich auch grundsätzlich bei röcken, da muss ich schon nach einem tag tragen eigentlich meistens nochmal einiges enger nähen. versteh ich nicht, ist aber so
    dein stil gefällt mir immer besser, ich freu mich auf dein nächstes projekt, selbst dann, wenn das eine hose sein sollte;-)
    liebe grüße
    mimi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist erst meine zweite Hose. Die erste, die übrigens ganz anders aussieht als diese hier, habe ich vor ca. einem Jahr nach einem Knip Schnittmuster genäht und ich trage sie gerne, aber ich werde bestimmt nicht zu einer Nur-Hosen-Näherin mutieren. Ich finde nur, dass einige Oberteil-/Blusenschnitte mit einer Hose einfach besser aussehen.

      Danke für deine netten Kommentare.
      Liebe Grüße
      Yvonne

      Löschen