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Mittwoch, 6. Februar 2019

MMM 02/2019- Der alte neue Mantel, eine Burberry Inspiration

Was für ein Glück, dass der heutige Post nicht viel Text braucht :). Ich möchte heute einen Mantel zeigen, der nach vielen Jahren Ende letzten Winters endlich fertig wurde. Ich konnte es selbst nicht glauben, dass ich bereits im Winter 2014 angefangen habe ihn zu nähen. Und die Idee dazu ist noch zwei Jahre älter. Denn es war die Burberry Winterkollektion 2012, die damals bei Mänteln mit zwei unterschiedlichen Stoffen spielte und mich dazu inspiriert hat, einen ähnlichen nähen zu wollen. Den Anstoß zum Nähen des Mantels gab mir der Herbst-Jacken-Sew-Along 2014, den Karin und Chrissy organisiert und gehostet haben. Wenn ihr euch also für die Details des Projekts, den Stoff, Schnitt und alles drumherum interessiert, hier findet ihr meine damaligen Sewalong Posts, in denen ich alles recht ausführlich beschrieben habe. Leider habe ich nicht geschafft den Mantel während des Sewalong zu beenden und er lag danach einige Zeit bis ich ihn im Herbst 2016 im Zuge meiner "Ran an die UFOs!" Aktion wieder herausholte und fast fertig nähte. Unglücklicherweise nur fast. Zum Einsetzten der Ärmel, Nähen der Knopflöcher, Annähen der vielen Knöpfe und dem finalen Bügeln habe ich mich erst wieder nach einem Jahr überwinden können. Das Nähen in Häppchen ist wahrlich nicht mein Ding! 





Auch nach so vielen Jahren gefällt mir die Idee und jetzt auch mein fertiger Mantel immer noch sehr gut. Ich mag mir zwar gerne die neusten Modetrends anschauen und sich inspirieren lassen. Die Trends, einmal genäht, begleiten mich aber meistens viele Jahre ganz unabhängig davon, ob sie noch IN oder längst schon wieder OUT sind. Da ist mir das Diktat der Mode vollkommen egal. Noch nicht ganz glücklich bin ich mit dem Gürtel. Diesen hier habe ich mir zwar speziell für den Mantel gekauft, aber im Nachhinein finde ich den Farbton nicht ideal. Der musste entweder den Ton des Mantelstoffs besser treffen oder sich deutlicher abheben.

Der Mantel war eins der schwierigsten Projekte, wenn nicht das schwierigste Projekt, das ich je genäht habe. Der dicke Doubleface Stoff und die vielen, teilweise sehr kleine, Teile waren sowohl beim Nähen als auch beim Bügeln eine echte Herausforderung. Ich bin glücklich, dass ich ihn endlich tragen und heute beim MeMadeMittwoch zeigen kann.

Donnerstag, 22. Februar 2018

Schluppe, Rüschen und ein witziges Katzenmuster

Seit einiger Zeit schon mache ich mir Gedanken darüber, dass ich deutlich mehr Unis brauche um ein wenig Ruhe in meinen sehr bunten Kleiderschrank zu bringen. Es ist nicht so, dass mir die Sachen, die ich habe, nicht gefallen. Eigentlich mag ich sogar fast jedes, meiner wild gemusterten Stücke. Nur eines sind sie wirklich nicht - kombinierfreudig. Da hängen Mäntel im Schrank, die sich mit keinem meiner Kleider vertragen und Kleider für die ich nichts zum Drüberziehen habe. Weil Kombipartner fehlen, werden viele der Sachen viel zu selten getragen. Fazit: Ich brauche wirklich dringend mehr einfarbige, kombifreundliche Stücke. Soweit die Theorie. Leider happert's noch an der Umsetzung.  In meinem beachtlichen Vorrat überwiegen gemusterte Stoffe und auch bei Neukäufen greife ich weiterhin öfter zu Mustern. So waren auch die zwei letzten Stoffe, die ich in 2017 gekauft habe, wieder gemustert. Beide musste ich unbedingt haben. Beide schon vernäht. Ein schwarzgrundiger Crêpe mit großen rosé-weißen Rosenblüten wollte unbedingt das Kleid Jewel aus La Maison Victor 6/2017 werden und die Viskose mit witzigem Katzen-Print hat geradezu nach dem Rüschen-Kleid 110 aus Burda 9/2017 geschrien.

Auf diese Weise statt über einen zurückhaltenden Neuzugang zu schwärmen zeige ich heute, mehr als drei Wochen später als versprochen, wieder mal ein wild gemustertes Kleid, das dazu noch eine Schluppe und einige Rüschen hat. Und nach dem Motto "mehr ist mehr" habe ich mich noch vor ein buntestes Haus weit und breit hingestellt um ein paar Fotos von dem Kleid zu machen. Nachhinein bin ich mir nicht ganz sicher, ob der lebhafte Hintergrund dem Kleid schmeichelt, aber egal... gemacht ist gemacht :).








Eigentlich ist das Kleid nicht schwierig zu nähen. Da es eher ein locker geschnittenes Modell ist, kommt es beim Anpassen nicht auf jeden Millimeter Zentimeter an. Trotzdem fand ich es an einigen Stellen gar nicht so einfach. Es ist ein Langgrößen Modell und groß bin ja wirklich nicht. Ich habe schon einige Langgrößenschnitte genäht und hab dann die Sachen, entgegen aller Empfehlungen, immer einfach am Saum gekürzt. Bei diesem Schnitt musste ich beim Kürzen ein wenig auf die Proportionen achten. Zuerst mal fand ich das Oberteil sehr kurz - alles was babydollmäßig kurz unter der Brust endet, mag ich nicht besonders -, also habe ich es um 2 cm verlängert. Die erste und zweite Rockbahn habe ich dagegen um 3 cm schmaler gemacht und dann noch einige Zentimeter am Saum weggenommen. Für mich war auch die Originallinie des Kleides zu sehr ausgestellt. Nur leider habe ich das erst bei der Anprobe festgestellt. Da waren die Rüschen schon dran und man konnte das Zuviel der Weite nicht einfach an den Seiten wegnehmen. Ich musste jede Rockbahn an den Seiten ein wenig trennen, enger machen, den Umfang der Rüschen anpassen und alles wieder zusammennähen. Das Kleid könnte an der Hüfte immer noch ein wenig enger liegen, aber das ganze Spielchen mache ich nicht noch mal.

Das Katzenmuster wird uns bestimmt noch des öfteren begegnen. Bei Frau Knopf habe ich es schon entdeckt und auch die fesche Lola hat ein Zwillingskleid. Den Schnitt in einem anderen Katzenprint zeigte Brigitte von Overluck bereits im letzten Herbst und auf den Post von Martina in dem Kleid warte ich auch sehr gespannt. Habt ihr vielleicht noch mehr entdeckt? Mir ist bestimmt etwas entgangen.

Trotz aller Freude über meine zwei letzten Kleider, hoffe ich tatsächlich hier demnächst auch das eine oder andere musterlose Stück zu zeigen. Wir lesen uns hoffentlich bald wieder.

Mittwoch, 22. November 2017

MMM - Nähbloggertreffen, immer wieder schön





Die Fotos sind alt, sehr alt. Das Kleid habe ich schon vor zwei Jahren genäht und beim Bloggertreffen in Köln ebenso vor zwei Jahren zum ersten Mal getragen. Fast im Anschluss an das Treffen sind die Fotos entstanden, der Post ist aus irgendeinem Grund ausgeblieben.

Letztes Wochenende trafen sich zum wiederholten Male die Nähbloggerinnen in Köln. Diese Treffen haben schon eine kleine Tradition, wie mittlerweile einige Ereignisse in der Nähbloggerwelt, die regelmässig online wie auch präsent stattfinden.

Wenn ich mich richtig erinnere wurde das erste Treffen von Constanze, Suschna und Catherine organisiert und fand im Jahr 2010 in Berlin im noch überschaubaren Kreis statt. Auch im nächsten Jahr gab es ein Treffen in Berlin und es fanden schon deutlich mehr Teilnehmerinnen zusammen. Ich war im November 2012 zum ersten Mal dabei und habe noch alles ganz gut in Erinnerung. Mein Blog war damals ganz jung und ich kannte persönlich keinen.

Nach den drei Treffen in Folge in Berlin fühlte sich das Berliner Organisationsteam ein wenig ausgepowert und es schien zuerst, dass es kein weiteres geben wird. Bis dann Anfang 2014 das Bielefelder Nähquartett die Organisation des nächsten Treffens übernahm. Das war eine großartige Idee! Im April gab es also nach einer eineinhalbjährigen Pause wieder ein spannendes und ereignisvolles Nähbloggerinnen Wochenende. Im 2015 wurden sogar zwei Treffen organisiert im Mai das Treffen in Leipzig und im November in Köln. Kurz nach dem Kölner Treffen hat Karin einen Rückblick-Post geschrieben, wo auch andere Posts verlinkt werden konnten. Solche Möglichkeit finde ich immer sehr schön. Nach einiger Zeit es ist wirklich nicht einfach herauszufinden, was über ein bestimmtes Thema geschrieben worden ist.

Auch das diesjährige Nähbloggerinnen Treffen war ein voller Erfolg. Tolle Location, perfekte Organisation, sehr, sehr nette Teilnehmerinnen (viele alte Bekannte aber auch neue Gesichter) und ein wundervolles Programm mit jeder Menge Highlights, die das Herz jeder Nähinteressierten höher schlagen lies. Ich möchte mich dafür bei den Organisatorinnen Antje, Bele, Brigitte, und Susi herzlich bedanken und auch Constanze, Elke und Sebastian ein Dankeschön für die tollen Workshops sagen. Das war wieder ein unvergessliches Wochenende und ich war unglaublich froh, wieder dabei sein zu können.





Nun aber zurück zu dem Kleid. Das Treffen am Wochenende hat mich an die Fotos und den halbfertigen Post erinnert. Da ich das Kleid sehr mag und seit zwei Jahren in der Herbst- und Winterzeit oft und gerne trage, fand ich, dass das Kleid es wirklich nicht verdient hat, unverbloggt zu bleiben.

Ich bin nicht der große Jerseyliebhaber. Vor allen aus dem Grund nicht, weil man bei Jersey ganz oft die sprichwörtliche "Katze im Sack" kauft. Man weißt ja nie, wie sich der Stoff nachher beim Tragen verhalten wird. Aber dieser Stoff hat mich so sehr verzaubert, dass ich nicht anders konnte, als einfach darüber hinwegzusehen. Den Stoff hat die wunderbare Wiebke auf dem Maybachufermarkt entdeckt und nach einem kurzem WhatsApp Chat für mich und viele anderen aus unserer WhatsApp Gruppe besorgt. Mit dem Schnitt - Burda 01/2014#135 - liebäugelte ich schon eine Weile. Es ist ein Plus-Größen Schnitt und die mit dem Gradieren verbundene Arbeit schreckte mich ein wenig ab, sonst hätte ich ihn schon viel früher ausprobiert. Der Aufwand, wie sich beim Nähen herausstellte, hielt sich in Grenzen. Es fügte sich alles gut zusammen und das Kleid passte eigentlich auf Anhieb. Nur die Ärmel haben mir ein bisschen Probleme gemacht. Der Ärmel hat meiner Meinung nach für einen Jerseyschnitt zu viel Einhaltsweite und da es eigentlich ein überschnittener Ärmel ist, zu hohe Ärmelkugel.


Ich habe das Kleid mit einem Rest Viskose-Stretchfutter aus dem Bestand gefüttert. Die weiße Rückseite der Jerseystoffe mag ich überhaupt nicht. Diesmal, da das Vorderteil des Kleides etwas kürzer ist, stellte sie aber ein richtiges Problem dar. Ich musste mir eine Lösung überlegen. Ich hatte Angst, dass wenn ich den ganzen Rock verstürze, wird er aufgrund der unterschiedlichen Dehnbarkeit des Oberstoffs und des Futters möglicherweise nicht schön fallen. Ich habe das Problem folgendermaßen gelöst. Bei dem überwiegenden Teil des Rocks habe ich den Jersey und das Futter zusammen wie eine Stofflage verarbeitet - das verhindert meist zuversichtlich, dass der Jerseyrock immer länger wird. Nur der untere Teil des Rocks wurde mit einem Rest schwarzen Satinfutter verstürzt. Das Taillenband ist, so wie in der Anleitung vorgesehen, mit gleichem Jersey gedoppelt.

Mit der Verarbeitung des Kleides bin ich sehr zufrieden und mag das Tragegefühl wirklich sehr. Das Kleid ist bequem wie ein Jerseykleid, fühlt sich aber nicht, wie ein typisches Jerseykleid an. Für mich perfekt. Und ich liebe die grellen Farben auf dem dunklen Hintergrund. Erstaunlicherweise, sieht das Muster im Herbst wie ein Tarnmuster aus. Findet ihr das nicht auch?


Ich freue mich heute wieder beim MeMadeMittwoch dabei sein zu können. Das Kleid, das Dodo heute anhat ist ein wahres Meisterstück. Den Stoff habe ich auch. Er ist wunderschön, aber wegen des großen ungewöhnlichen Musters auch sehr schwierig in der Verarbeitung. Dodo hat den idealen Schnitt gefunden und die Platzierung des Musters perfekt gelöst.

Dienstag, 11. Oktober 2016

#WMSAL16: Stoff & Schnitt

Seit gestern gibt es auf dem MeeMadeMittwoch Blog das zweite virtuelle Treffen des Winter-Mantel Sew Alongs - Zeit also, sich wieder dem Mantelthema zu widmen. Eine Stoff- und Schnittentscheidung soll diesmal her und ich habe mich entschieden. Vor zwei Wochen habe ich diese zwei Möglichkeiten in Erwägung gezogen


tendierte jedoch von Anfang an zu dem Leomantel und genau diesen werde ich versuchen zu nähen.

Nichtdestotrotz bleibt die andere Jacke weiterhin attraktiv, vor allem nachdem Klara und Bele die Idee mit dem Selberstricken in den Raum geworfen haben. Ich alleine schaffe es bestimmt nicht anhand von Bild eine Strickanleitung für das Muster zu entwickeln, würde aber gerne von den Erfahrungen anderer profitieren. Ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem interessanten Strick-Wiedereinsieg-Projekt und das könnte es auf jeden Fall sein. Zuerst ist aber der Leomantel dran. 

Diese drei Runway Mäntel finde ich alle schön, aber am meisten gefällt mir der von Francesco Scognamiglio mit dem schicken Schalkragen ganz rechts im Bild.


Ich habe herausgefunden, dass der Mantel online erhältlich ist war und versuchte ihn in dem Shop genauer unter die Lupe zu nehmen, obwohl das wegen des wilden Musters gar nicht so einfach war. Er ist gerade geschnitten und soweit ich das richtig erkennen konnte, hat er außer der rückwärtigen Mittelnaht keine sonstigen Teilungsnähte.
Bildquelle: Onlineshop Modaoperandi
Nach einem passenden Schnitt habe ich mich bei Burda umgeschaut. Bewusst habe ich alle Schnittmuster außer Acht gelassen, in deren Beschreibung Wörter wie Oversize, Hüllenmantel, mollig, weit o. Ä. vorkamen - ich will keinen Bademantel sondern habe vor, mir einen klassisch geschnittenen Mantel zu nähen. Viel ist von den anfänglich in Frage kommenden Schnittmustern nicht übrig geblieben - genauer gesagt zwei - und nichts, was ich einfach nur runternähen könnte, ohne vorher den Schnitt ändern zu müssen. Beide Schnittmuster sind aus dem Jahr 2010 - älteren Datums also - und kommen in zwei Versionen vor.

Da haben wir einmal in der September-Ausgabe einen Mantelschnitt, der auch als Jacke verfügbar ist.
Und schon einen Monat später, also in der Oktober-Ausgabe, bringt Burda wieder einen Schalkragen-Schnitt heraus, diesmal eine Lammfelljacke und eine Jacke aus Wollvelours nach dem gleichen Schnitt.

Den Mantel könnte glaube ich ganz einfach abändern. Ich würde den gekräuselten Teil weglassen und den oberen Teil des Mantels verlängern. Was mir an dem Schnitt nicht gefällt ist das Fehlen der rückwärtigen Mittelnaht. Ich finde, dass Mäntel, die im oberen Rücken eine Rundung haben liegen und tragen sich besser. Auch den zweiten Schnitt kann ich für meine Bedürfnisse anpassen. Die rückwärtigen Abnäher würde ich ignorieren die vorderen verlegen und aus ihnen normale Brustabnäher machen und dann alles verlängern. Klingt einfach, wird es bestimmt nicht. Weitere Gedanken mache ich mir noch nicht. Ich denke die nächsten zwei Wochen werde ich damit genug zu tun haben, aus den zwei Schnittmustern einen brauchbaren Schnitt zu basteln. Nebenher hab ich ja noch meine Ufos, die ebenso fertig werden wollen. Und ein bisschen Zeit brauche ich auch noch um all die spannenden Mantelprojekte auf dem MMM-Blog zu verfolgen.

Samstag, 2. Juli 2016

Sommer-Rock-Sew-Along - genäht!

Zweieinhalb Röcke ist meine Sommer-Rock-Sew-Along Bilanz, die mich äußerst zufrieden macht. Ich plane viel und ich plane gerne. Das nächste Nähprojekt folgt nur leider viel zu oft nicht dem Plan, sondern wird spontan aus dem Bauch heraus entschieden. Nicht immer das, was ich gerade am nötigsten hätte und nicht immer die beste Voraussetzung für eine stimmige Garderobe. Ohne den Sewalong würde ich wahrscheinlich auch nicht drei Röcke nacheinander nähen, aber genau diese zu nähen bevor der Sommer vorbei ist, war mein Plan, den ich jetzt dank Lucys und .meikes Idee fast vollständig umgesetzt habe. Vielen Dank für diese schöne Idee! Besonders toll an dem Sewalong fand ich, dass alle, egal ob Anfänger oder die fortgeschrittene Schneiderin, sich angesprochen fühlen und mitmachen konnten. Schön auch, dass die Linkliste immer ein paar Tage offen war. Davon habe ich reichlich Gebrauch gemacht ;)

Wenn ich sagen würde, dass ich nichts zum Anziehen habe, wäre es gelogen, aber richtige Sommerröcke - leicht, flatterig, bunt - gab mein Kleiderschrank bis jetzt tatsächlich nicht her. Ich freue mich also sehr über den Neuzugang.

~~~~~~~~~~ 1 ~~~~~~~~~~
Schnitt: Fashion Style / Knipmode 4/2016#6
Stoff: Viskose-Musselin / Maybachufer


~~~~~~~~~~ 2 ~~~~~~~~~~
Schnitt: Burda 2/1972#4136
Stoff: Baumwollstretch / Buttinette


~~~~~~~~~~ 3 ~~~~~~~~~~
Schnitt: Fashion Style / Knipmode 8/2015#5
Stoff: Georgette, 100% Viskose/ Buttinette


Beim Sommerrock-Sew-Along-Finale wollte ich ohne viel Text den Kamerafokus auf die Röcke setzten, habe mir aber überlegt, ab kommendem MeMadeMittwoch jede Woche einen Rock noch einzeln zu zeigen mit Ganzkörperbildern, einigen Details und Schnittbesprechung. Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischauen würdet.

---> Hier geht's zum Finale des Sommer-Rock-Sew-Along

Mittwoch, 22. Juni 2016

Sommer-Rock-Sew-Along zum Dritten...

Der zweite Rock ist fertig und somit, finde ich, kann ich schon jetzt den Sommerrock-Sew-Along als Erfolg verbuchen :)


Eigentlich ist ein solcher Rock auch schnell genäht. Eigentlich... Es sei denn, man kommt plötzlich auf die Idee, der Rockkonstruktion auf den Grund gehen zu müssen. Ich gebe es zu, ich kaufe gerne Nähzeitschriften und davon gibt es mittlerweile im deutschsprachigem Raum eine ganze Menge. Wenn ich den Betrag, den ich in einem Jahr dafür ausgebe, auf einmal zahlen müsste, würde ich mir wahrscheinlich den einen oder anderen Kauf überlegen, aber die kleinen Beträge übers Jahr verteilt scheinen mir nicht so sehr weh zu tun. Und es macht große Freude in den Zeitschriften zu blättern und zu planen was man so alles nähen könnte.

Aber wenn ich dann nach einem bestimmten Schnitt suche dauert es immer sehr lange, bis ich meine immer größere Sammlung durchgeschaut habe und das obwohl ich die Seiten mit der Schnittmusterübersicht immer scanne und sie daher auch elektronisch verfügbar habe. Das Schlimmste ist aber, dass ich meistens mehrere sehr ähnlich aussehende Schnittmuster finde und mich dann nicht entscheiden kann, welches ich letztendlich nähen soll. Genau so ging es mir bei diesem Rock. Einige Burda Schnittmuster habe ich in Betracht gezogen. Am Wochenende habe ich dann zwei Modelle (dieses und dieses) abgepaust und miteinander verglichen. Die Unterschiede verwirrten mich. Obwohl ich das Thema sehr spannend finde, fehlt mir im Moment einfach die Zeit um das hier besser zu dokumentieren und ausführlicher zu beschreiben.

Die Quintessenz ist, dass mich der einfache Rock fast drei Tage gekostet hat. Außer den zwei oben genannten Modellen habe ich noch einen Rock aus der seit Kurzem auf deutsch unter den Namen "Nähtrends" erscheinenden spanischen Nähzeitschrift Patrones kopiert (Nähtrends 2/2016#15) und noch ein Burdamodell aus dem Jahr 1972. Dann habe ich beschlossen einen Rock-Grundschnitt nach meinen Massen zu konstruieren und aus diesem Grundschnitt habe ich ein Schnittmuster für einen glockigen Rock entwickelt. Schließlich habe ich drei Probemodelle genäht: den selbst konstruierten geraden und ausgestellten Rock und den Burda-Rock aus den 70ern.


Und was soll ich sagen: der 70er Burda-Rock passte mir besser als der Selbstkonstruierte. Auf diese Weise ist der Rock letztendlich nach einem Schnitt aus der 2/1972 Burda genäht.


Viele Erkenntnisse hat mir die ganze Aktion nicht gebracht. Ich habe zwar feststellen können, das sich die Schnittmuster tatsächlich unterscheiden, aber warum mir ein Schnitt besser passt als ein anderer kann ich plausibel nicht erklären. Zumindest hatte ich Glück, weil sich der Rockschnitt aus der 70er Burda als ein echter Glücksgriff herausgestellt hat. Ist es nicht seltsam, dass schon ein Kleid aus der gleichen Burda mir ebenso gut passte? Fragen über Fragen auf die ich momentan keine Antwort weiß.

Der dritte Rock, den ich nähen wollte ist weiterhin im Planungsstadium und ich befürchte, dass sich da bis Sonntag nicht mehr viel tun wird. Es sei denn, ich bekomme unerwartet extra Zeit geschenkt; Wie auch immer ich freue mich schon jetzt auf das Finale.

--> Hier geht's zum 3. Termin des Sommer-Rock-Sew-Along

Donnerstag, 31. März 2016

Ran an die UFOs! - März-Resümee

Ende des Monats, Zeit für mein Langzeitprojekt "Ran an die UFOs!"

Ich weiß nicht wie es mir gegen Ende des Jahres gehen wird, aber im Moment macht mich die Aktion total glücklich und es wäre schön, wenn ich noch ein paar Mitstreiterinnen dafür gewinnen könnte. Ein bisschen Termindruck kann schon Wunder wirken. Der Frühling mit neuen Nähideen, der Prada Sew Along... ohne diese Aktion hätte ich das Kleid bestimmt nicht dazwischengeschoben.






Nach sehr langer Zeit mit vielen, zum Teil sehr aufwendigen Zwischenschritten ist das Kleid endlich fertig und das Ergebnis macht mich total happy. Bei keinem anderen Projekt bisher, habe ich so oft gezweifelt, wie beim Nähen dieses Kleides. Schon ganz am Anfang hatte ich große Bedenken, ob mir ein "Negligé-Kleid" stehen wird, aber die glamouröse Winter 2013/2014 Kollektion von Louis Vuitton lies mich nicht los. Ich habe lange nach einem Schnittmuster gesucht, das für mich geeignet wäre. Fündig wurde ich in der April Burda aus dem Jahr 2005. Ein sehr interessantes Schnittmuster, das sich als Volltreffer entpuppte und mir von Anfang an recht gut passte. Die Verarbeitung der Spitze dagegen fand ich langwierig und anspruchsvoll und machte mir mir wenig Spaß. Wahrscheinlich deswegen habe ich das Kleid immer wieder weggelegt. Um so mehr freut es mich, dass es jetzt endlich fertig ist.

Ich denke, dass es an dieser Stelle nichts mehr zu dem Kleid zu sagen gibt - sollte sich jemand für die Details der Entstehung interessieren, in meinem Post vom Anfang März gibt es eine kleine Chronik mit allen Links zu den früheren Beiträgen - und alle die jetzt auf die Vorstellung des April Projekts warten, muss ich leider auf morgen vertrösten.

Mittwoch, 24. Februar 2016

UFO-Abbau: ein Finale, das keines ist am MMM

Am heutigen MeMadeMittwoch möchte ich ein Kleid zeigen, das ganze zwei Jahre auf die Vollendung warten musste und wenn es Muriels UFO-Abbau SewAlong nicht gegeben hätte, würde es wahrscheinlich weiterhin halbfertig liegen. Es freut mich besonders, dass dieser Beitrag, wenn auch zufällig, das Thema aufgreift, das auch .meike heute auf dem MeMadeMittwoch Blog beschäftigt.

Für das UFO-Abbau Finale bin ich leider zu spät, gescheitert bin ich trotzdem nicht. Im Gegenteil. Die spontane Teilnahme hat bei mir für den sprichwörtlichen Tritt in den Hintern gesorgt. Man beschließt etwas zu tun worauf man eigentlich keine Lust hat und findet plötzlich Gefallen daran. Ein schönes Gefühl. Ich habe zwei meiner zur Seite gelegten Projekte beendet und werde weitermachen (weiter unten mehr darüber). Nicht nur im Korb warten noch unbeendete Sachen. Davon gibt es noch mehr und ich denke, dass sich darunter sogar das ein oder andere Schätzchen befindet, an dem - wenn es fertig ist - ich mich erfreuen werde, wie an dem Kleid, das ich heute zeige.







Schnitt: Burdastyle 08/2011 Nr.123 stark abgeändert. Über die Änderungen am Oberteil habe ich schon vor zwei Jahren ausführlich geschrieben. Dort findet ihr auch die Bilder des Inspirationskleides. Für den Rock des Kleides habe ich einen schon genähten Bleistiftrock-Schnitt genommen und die Abnäher verlegt. Wie man es macht, erklärt ganz wunderbar Mema im 2.Teil der tollen Serie "Unabhängiger werden von Schnittmustern", die sie zusammen mit Immi gehostet hat. Alle Beiträge zu dem Thema, hier bei Mema und hier bei Immi, sind sehr informativ und lesenswert.
Stoff: Wollwalk / alfatex
Futter: Hüco Berlin

Als Inspiration diente mir ein Kleid von Victoria Beckham. Bei dem Designerkleid fand ich den Kontrast zwischen dem rustikalen Walkstoff und dem puristischen und raffinierten Schnitt sehr spannend. Leider hat die Schnittmusterwahl und die Rumprobiererei am Oberteil so lange gedauert, dass die Motivation zum Weitermachen, auch weil der Frühling schon an die Tür klopfte, einfach nicht gereicht hat.

Nun ist das Kleid dank UFO-Abbau Aktion fertig und genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Und das beste ist, es passt mir mit Sicherheit besser als mir das teure Original passen würde. Ich habe das Original zwar nicht anprobiert, aber ich könnte wetten, dass es mir viel zu lang wäre, die Abnäher und die Taille nicht an den richtigen Stellen liegen würden und die Schlitze würde ich als unangenehm tief empfinden. Und kurze Ärmel für ein Winterkleid finde ich auch nicht besonders praktisch. Das Schöne am Nähen ist, ich habe die Details des Originals, die mir so gut gefallen haben, übernommen, aber sie so abgeändert, dass mein Kleid viel besser zu meiner Figur und meinem Alltag passt.


Apropos alltagstauglich, den Stoff kann man nicht waschen - das habe ich an einem kleinen Stück ausprobiert - und da ich sowieso das Kleid füttern wollte, habe ich mir überlegt, dass ich ein separat waschbares Unterkleid mit kurzen Ärmeln nähe. Leider war der Futterstoff, den ich gekauft habe nicht dehnbar, also habe ich kurzerhand beschlossen, das Unterkleid im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden. Das war keine gute Idee. Außer weiten Röcken hasse ich alles, was im schrägen Fadenlauf zugeschnitten ist und hätte eigentlich wissen müssen, dass ich das Tragegefühl als unangenehm empfinden werde. Ich weiß nicht wie eure Meinung dazu ist, oft lese ich, dass im schrägem Fadenlauf zugeschnittene Kleidung sehr gut liegt und den Körper regelrecht umfließt. Genau diese Eigenschaft finde ich extrem problematisch und mag absolut nicht. Das Unterkleid ist auch gar nicht bequem. Es ist zwar jetzt ein wenig elastisch aber es spannt ganz seltsam bei einigen Bewegungen. So etwas mache ich nie wieder und würde es auch niemandem empfehlen. Ich hatte für das Kleid ein Stretchfutter kaufen sollen und das schöne und hochwertige Futter für etwas anderes aufheben sollen und nicht so sinnlos verschwenden. Aber genug gejammert :)... jetzt noch kurz zu meinen Plänen.

Ich möchte noch weitere unfertige Sachen, die sich bei mir angesammelt haben, beenden aber gleichzeitig will auch Zeit für andere Nähprojekte haben. Mir schwebt also etwas vor, das langfristig und nicht so intensiv ist. Ich möchte bis Ende des Jahres mir jeden Monat ein UFO vornehmen und es beenden. An jedem Letzten des Monats werde ich das fertige Kleidungsstück präsentieren und das nächste UFO-Projekt vorstellen.

Habt ihr Lust mitzumachen? Gemeinsam macht es bestimmt mehr Spaß!
Ausnahmsweise nicht am letzten Tag des Monats, sondern am 28.02. geht es los. Und wenn ihr auch im März schon ihr erstes UFO in ein tragbares Kleidungsstück verwandeln wollt, schreibt einen Post in dem ihr euer Vorhaben ein wenig beschreibt und schickt mir eine Mail an
Ich werde eure Beiträge verlinken. Also, ran an die UFOs!

Findet ihr solche Aktion interessant, nützlich, motivierend? Könnt ihr euch vorstellen mitzumachen? Regelmäßig oder nur gelegentlich? Würdet ich ein externes Linktool besser finden? Ich würde mich über ihr Feedback in Kommentaren sehr freuen.