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Mittwoch, 2. September 2020

MMM 09/2020 - Max Mara Inspiration und das Kielo Schnittmuster von Named

Langsam werden wir uns vom Sommer verabschieden müssen und ich möchte es nicht versäumen das Kleid zu zeigen, das ich in diesem Sommer am liebsten getragen habe. 





Vor einem Jahr sah ich bei Max Mara ein Kleid, das mich stark an das Kielo Wrap Dress von Named erinnerte. 

Links das Max Mara Kleid, rechts das Kielo Wrap Dress Schnittmuster

Da ich das Kielo Schnittmuster schon seit langem besitze und die Originalversion des Kleides - die vor zwei Jahren ein Teil meiner selbstgenähten Urlaubsgarderobe wurde - gerne trage, kam ich auf die Idee, dass ich versuchen könnte das Max Mara Kleid nachzunähen. Den Schnitt musste ich nicht mal stark abändern, das Foto unten zeigt grob die Änderungen, die ich vorgenommen habe.


Die Grundform konnte ich ohne Änderungen übernehmen. Ich habe das Schnittmuster von Maxi auf Knielänge gekürzt (1) und zwei senkrechte Schnittlinien hinzugefügt, die vom Armausschnitt unter den Armen bis zu der Seitennaht am Saum verlaufen (2). Die Wickelteile, die im Originalschnitt angeschnitten sind, habe ich leicht abgeändert. In der Taillenhöhe habe ich sie schmaler gemacht und unten verbreitet, damit das Kleid eine deutlicher ausgeprägte A-Linie behält. Die Teile wurden separat im Stoffbuch an der Seite zugeschnitten (3). An den neuen Nahtlinien sind Taschen hinzugekommen, wobei man in die Taschen nur dann bequem reingreifen kann, wenn das Kleid nach hinten gewickelt ist.

Das Kleid ist eins der Kleider, die im Rahmen meiner 4Wochen4Kleider Aktion, die am Anfang des Sommers stattfand, entstanden ist. Ich habe über die Aktion hier im Blog kurz berichtet. Anfangs habe ich geplant über die Fortschritte der Aktion zu bloggen, aber ganz anders als im Blog war überraschenderweise die Resonanz auf Instagram so groß, dass ich mit dem Nähen der Kleider und Managen der Aktion auf Instagram ziemlich ausgelastet war, und daraus letztendlich reine Instagram Aktion geworden ist.

Von den vier Kleidern, die ich während der Aktion genäht habe, habe ich dieses am meisten und am liebsten getragen. Ich nähe schon so lange Kleidung für mich und trotzdem kann ich es nicht vorhersehen und mir auch nicht immer erklären, warum einige Kleidungsstücke zu Lieblingen und andere nur selten getragen werden. Wie geht es euch diesbezüglich?

Ich vermute, dass ich es nicht schaffen werde die anderen drei Kleider jetzt noch im Blog zu zeigen. Das Wetter wird fürs Fotografieren wahrscheinlich nicht mehr warm genug sein und auch meine Gedanken kreisen schon zunehmend um die Herbstgarderobe. Ich denke aber, dass der heutige MeMadeMittwoch auf jeden Fall noch die Stimmung des warmen Augusts und einige Urlaubsimpressionen einfangen wird. Elke begrüßt uns schon mal gut gelaunt und schön gekleidet aus dem Urlaub!

Mittwoch, 6. März 2019

MMM 03/2019 - Im Stella Shirt Dress (entspricht leider nicht ganz der Wahrheit)

Ich habe in diesem Jahr noch fast nichts für mich genäht. Anfang Januar ein neues Kleid, das mich nur mittelmäßig begeistert, dann gab es reichlich Nähzeit während der AnNÄHerung, leider entpuppten sich die Schnitte, die ich mir dafür ausgesucht habe, hier bei Instagram kurz gezeigt, als ein absoluter Reinfall. Sowohl die Hose als auch das Hemd, beide fast fertig, hüten seitdem ein Kleiderbügel dasein und ich überlege, wie ich die Sachen noch retten kann. Nach längerer Nähabstinenz habe ich kurzentschlossen letzte Woche beschlossen etwas Neues anzufangen und habe einen anderen Hosenschnitt ausprobiert, einen Ottobre Schnitt. Die Hose ist richtig gut geworden und am liebsten hätte ich sie heute gezeigt, nur in der Kürze habe ich nicht geschafft sie zu fotografieren. Daher muss ersatzweise etwas her, was schon fotografiert wurde. Hier ist also mein Stella Shirt Dress von Named, welches ich schon hier auf einem Baum hängend zeigte ;)






Gerade werden die Schnittmuster aus dem neuen Buch von Named rauf und runter genäht und die früheren Schnitte geraten ein wenig in Vergessenheit. Man sollte sie unbedingt wieder in Erinnerung zu bringen. Als die Earth Science Kollektion, bis jetzt übrigens die letzte reguläre Kollektion von Named, ganz frisch war, wurde das Kleid ganz oft genäht und auf Instagram unter den Hashtags #stellashirtdress, #stelladress, #namedstella findet man einige schöne Beispiele davon. Das Kleid hat sehr weite Raglanärmel, eine große Schluppe, ist weit geschnitten und hat Gummizug in der Taille. Die weite Form erfordert eigentlich keine Anpassungen und ist wirklich schnell genäht. Das Kleid ist sehr bequem und eignet sich wegen der weiten Schnittform auch gut für Sommertemperaturen. Einzig die Schluppe darf dann nicht so eng am Hals gebunden werden.

Ich habe eine leichte Viskose genommen, nicht ganz mein übliches Farbspektrum, aber der rauchblaue Grundton und die großen Kreise haben mich irgendwie fasziniert. Ich habe das Kleid im Februar letzten Jahres genäht. Es gab damals eine extreme Kältewelle und während draußen Minustemperaturen herrschten nähte ich das dünne Kleid und träumte vom Frühling und Sommer. Noch kann man nicht mit nackten Beinen spazieren gehen und die düsteren Fotos, die ich übrigens sehr mag - habt ihr eine Vermutung zu welcher Jahreszeit sie gemacht worden sind -, wecken beim Betrachten wahrscheinlich keine Frühlingsgefühle aber der Frühling steht vor der Tür. Höchste Zeit sich etwas Neues, Nettes zu nähen. Bestimmt liefert der heutige MeMadeMittwoch schon einige Inspirationen dazu.

Montag, 30. Juli 2018

Zurück im Online-Leben

Nach einer längeren Blogpause melde ich mich wieder zu Wort. Ich habe beschlossen nicht über die Grunde meiner Online-Abwesenheit zu schreiben. Sie sind für das Thema meines Blogs nicht relevant. Es ist normal, dass es im Leben eines Hobby-Bloggers immer wieder mal Zeitabschnitte gibt, in denen man privat oder beruflich stärker gefordert wird und für ein Hobby keine bzw. sehr wenig Zeit übrig bleibt. Tatsache ist, dass hinter mir anstrengende Monate liegen und ich mich immer noch ein wenig kraftlos fühle. Die Freude am Kleidermachen habe ich nicht verloren, aber die Bloggerroutine ist irgendwie weg. Vielleicht liegt es auch ein bisschen am allgemeinen Trend. Da wo ich früher gerne gelesen habe, wird kaum noch was geschrieben. Die Kennzeichnungspflicht von Werbung, neue Datenschutz-Grundverordnung, immer stärkere Instagram-Nutzung... Sind das die Gründe warum sich die Nähblogger im deutschsprachigen Raum so sehr zurückgezogen haben? Ich bedauere die Entwicklung sehr und will eigentlich nicht diesem Trend folgen. Die nächste Zeit wird zeigen, ob ich ins Bloggerleben noch zurückfinden werde.

Heute möchte ich mit einem kleinen und absolut nicht wetterkonformen Rückblick beginnen und zeigen was in der Zeit, in der ich nichts geschrieben habe, entstanden ist.



~~~~ Kleid Grace, La Maison Victor 4/2014 ~~~~


✂ Das Kleid Grace aus La Maison Victor 4/2014 habe ich noch vor Ostern genäht. Diese Ausgabe des Magazins gab es nur auf holländisch und französisch zu kaufen. Ich habe die französische Version direkt beim Herausgeber bestellt. Leider ist sie dort mittlerweile ausverkauft. Der Stoff lag schon länger in meinem Stofflager und wurde jetzt endlich verarbeitet. Bei der Schnittwahl hat mir euer Voting auf Instagram sehr geholfen. Herausgekommen ist ein perfektes Übergangskleid, das ich im Frühjahr viel getragen habe.

~~~~ Stella Shirt Dress, Named ~~~~


✂ Das nächste Projekt war das Stella Shirt Dress von Named. Obwohl ich für das Kleid eine sehr dünne Viskose genommen habe, habe ich es genäht als es draußen noch sehr kalt war. Den Schnitt mag ich sehr. Die weiten Raglanärmel und ein Gummizug in der Taille engen nicht ein und das Kleid trägt sich ganz bequem.

~~~~ Lempi Button Down Dress, Named ~~~~


✂ Nach der Stella gab es eine längere Nähpause. Das erste Projekt danach war wieder ein Named Schnitt. Diesmal das Lempi Button Down Dress aus der Evolution Theory Kollektion vom Herbst/Winter 2016. Genäht habe ich das Kleid aus dünnem Viskose-Woll-Crêpe in Schwarz. Der Schnitt gefällt mir sehr und ich möchte ihn unbedingt noch in einer anderen Farbe nähen. Im Vorrat habe ich dünnen, blassgrünen Leinenstoff, der sich vielleicht ganz gut eignen würde. Auch eine gemusterte Version könnte ich mir gut vorstellen.

~~~~ Kleid Wanda, La Maison Victor 5/2016 ~~~~


✂ Das letzte Kleid, das ich heute zeige, ist vor nicht allzu langer Zeit entstanden. Ich wurde von Bele->belekeck und Susi->alle-wuensche-werden-wahr zum gemeinsamen Nähen eingeladen. Es war ein toller und für mich auch ungewöhnlich produktiver Tag, der mir herrliche Stunden mit Nähfreundinnen und ein schönes Kleid beschert hat. Entstanden ist das Kleid Wanda aus La Maison Victor 5/2016. Interessanter Schnitt, bei dem ich jedoch ein wenig Bedenken hatte. Die breiten und langen Bindebänder, die um die Taille gewickelt werden, zaubern keine Wespentaille. Ich bin aber zufrieden. Mit einem kleinen Trick habe ich erreicht, dass sich die Bänder schön um die Taille legen. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

In meiner Nähecke liegen noch drei weitere fast fertige Kleidungsstücke, alles Named Schnitte, ein zugeschnittenes Burda Kleid und ein halb fertiges Kleid, das ich wieder nach einer Designervorlage nähe. Bis auf ein Kleid, alles deutlich sommerlichere Kleidungsstücke wenn auch nichts, was für die momentan draussen herrschende Temperaturen vorbehaltslos geeignet wäre.

Als nächstes möchte ich aber den neuen Jumpsuit vorstellen, den kann man nämlich auch bei der jetzigen Hitze tragen. 😅

Mittwoch, 7. März 2018

MMM - Agate Pencil Dress - von Enttäuschung bis zu großer Begeisterung

Ich bin ein großer Fan des kleinen, finnischen Indi-Schnittmusterlabels Named. Das mag vielleicht auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich sein, denn in meinem Blog gibt es - den heutigen nicht eingerechnet - nur drei Posts mit dem Tag "Named" und ich selbst staunte unglaublich, als mir klar wurde, dass ich bis jetzt tatsächlich nur drei Named Schnitte genäht habe. Ich besitze nämlich sehr, sehr, sehr viele Schnittmuster von Named - ich schätze, 70-80% jeder Kollektion befindet sich in meinem Besitz. Auch die letzte Winterkollektion "Earth Science" habe ich sofort ins Herz geschlossen. Die Schnitte wie immer interessant, gut durchdacht und mit Liebe zum Detail entwickelt.

Heute möchte ich das Agate Pencil Dress zeigen, ein figurenbetonter Schnitt mit Kimonoärmeln. Dem Kleid sieht man gar nicht mehr an, dass es mich beim Nähen den letzten Nerv gekostet hat.




Das Agate Pencil Dress war eins der Kleider aus dieser Kollektion, das ich unbedingt nähen wollte. Natürlich am liebsten zweifarbig, um die besonderen Schnittlinien des Kleides richtig zur Geltung zu bringen. Bei jeder Gelegenheit habe ich Ausschau nach passendem Stoff oder passenden Stoffen gehalten, aber lange nichts gefunden. Bis es mich irgendwann im Oktober ganz zufällig in die Stoffabteilung von Karstadt verschlagen hat. Ich war sehr überrascht wieviele schöne Stoffe es dort gab. Ich hätte wirklich ganz viel nach Hause mitnehmen können, habe mich aber glücklicherweise auf drei Stoffe begrenzt. Einer wartet noch auf seine Bestimmung, einen habe ich in der letzten Runde der Aktion "Vom Laufsteg in den Kleiderschrank" zu einem Kleid verarbeitet und der dritte war von Anfang an für das Agate Kleid vorgesehen.



Ein sehr elastischer Baumwoll-Jacquard mit zwei "guten" Seiten. Volltreffer. Dass er vermutlich nicht weichfallend genug für diesen Schnitt war, habe ich erfolgreich verdrängt. Am nächsten freien Wochenende habe ich mich direkt ans Nähen gemacht. Schnitt kopiert, zugeschnitten und alles mit dem Heftstich der Nähmaschine zusammengenäht. Dann die erste Anprobe. Die finde ich immer besonders spannend. Glückstreffer oder Niete - alles ist offen. Leider fiel Agate in die zweite Kategorie. Das Ergebnis war sehr enttäuschend. Alles irgendwie zu groß. Besonders störend fand ich, dass vorne um dem Bauch herum zu viel Stoff war und das vordere Mittelteil stand ab, als würde sich bei dem Kleid um ein Modell für Schwangere handeln. Fairerweise muss ich zugeben, dass der Fehler weniger dem Schnitt, als vermutlich einer sehr unglücklichen Kombination aus falschem Stoff  und meiner Figur anzurechnen war. Diese Tatsache war mir aber kein Trost. Ich war frustriert, hatte keine Idee, wie ich den Stoffüberschuss an dieser Stelle wegbekommen soll und keine Lust mehr das Kleid weiter zu nähen. Die folgenden Wochen hängte es an der Garderobe und wurde sich wahrscheinlich noch immer dort befinden, wenn nicht während der AnNÄHerung in Bielefeld Claudia das Kleid anhaben würde. Sie sah toll in dem Kleid aus, und ihr Stoff war von der Beschaffenheit wirklich ganz ähnlich wie meiner. Sie hat ihrem Kleid eine Naht in der Taille spendiert und ich dachte mir sofort, dass das vielleicht auch eine Lösung für mich sein könnte.

Wieder zu Hause habe ich dann kurz entschlossen an einem Abend zur Schere gegriffen und das Kleid in der Taille durchgeschnitten. Jetzt konnte ich ähnlich einer Hohlkreuz Anpassung den überschüssigen Stoff vorne in der Taille wegnehmen. Dann habe ich das Kleid in der Schulter noch ein wenig enger gemacht und auch an der Seitennaht ein bisschen angepasst und schon passte es ganz gut. Das ordentliche Bügeln am Schluss hat sein übriges getan. Aus dem ursprünglichen Desaster ist ein schön anliegendes und Dank Elasthan auch sehr bequemes Kleid geworden. 


Es ist schon wieder auf den letzten Drücker, trotzdem freue ich mich sehr, dass ich es noch schaffe an dem März-MeMadeMittwoch teilzunehmen.


Mittwoch, 13. September 2017

MMM - Sommerabschied(?) im Reeta Dress von Named

Nachdem die vorjährige Winterkollektion von Named mit dem faszinierenden Namen "Evolution Theory" wie eine Bombe eingeschlagen hat und Helmi, Pilvi, Lempi und Co. rauf und runter genäht wurden, schien mir, dass die Sommerkollektion "Playground" ein wenig echolos an den deutschen Nähblogs vorbeigegangen ist. Zu unrecht, wie ich finde. In dieser Kollektion gab's nämlich einige schöne Schnittmuster. Schlicht, tragbar und gleichzeitig gut durchdacht und immer besonders - die unverkennbaren Attribute der Schnittentwürfe des finnischen Designer-Duos.

Ich plante aus dieser Kollektion das Reeta Midi Shirt Dress, die Ninni Elastic Waist Culottes und auch das Maisa Denim Jacket zu nähen. Den Sommer über änderte sich jedoch die Reihenfolge auf meiner ToSew-Liste immer wieder ganz spontan und Anfang September war von den drei geplanten Sachen noch kein einziges Teil genäht. Als dann vor ein paar Tagen die Sonne es schaffte die dicke Wolkendecke zu durchbrechen, dachte ich, jetzt oder nie, breitete den flutschigsten Stoff, den es überhaupt geben kann, auf dem Boden und Schnitt das Kleid zu.







Nachdem ich gelesen habe, dass man für die von mir benötigte Größe 2,7 m Stoff braucht und ich nur 2 m hatte, musste ich mich gar nicht bemühen und auf die Verteilung der Blumen auf den Schnittteilen achten. Um es überhaupt zuschneiden zu können - und ich wollte das Kleid unbedingt aus diesem Stoff nähen - musste ich zu allen möglichen Tricks greifen. Die Schnittteile konnte ich nicht alle in dieselbe Richtung legen, die innere Passe ist nicht im Stoffbruch zugeschnitten und die vorderen Belege musste ich auch stückeln. Das ganze Kleid habe ich auch 12 cm kürzer zugeschnitten.

Beim Nähen hat es sich bestätigt, dass Stoffe in Atlasbindung sehr empfindlich sind. Obwohl ich neue 60er Markennadel und ein feines Garn nutzte, zog der Stoff beim Nähen trotzdem noch leicht Fäden. Um die Nähte haltbarer zu machen habe ich eine Technik verwendet, die kürzlich Mema zeigte - eine Französische- bzw. Rechts-Links-Naht mit der Overlock. Mit der Passform des Schnittmusters hatte ich dagegen keine Probleme und nähte alles ohne Änderungen. Sogar die Taillenhöhe passte ganz gut, obwohl ich kleiner bin, als die 172 cm für die, der Schnitt entworfen ist. Wer genau hinschaut, bemerkt vielleicht, dass mein Kleid keine Brusttaschen hat. Nicht, dass sie mir nicht gefallen würden, nur wegen der Stoffknappheit war der Zuschnitt so beliebig, dass das Vorderteil ohne Taschen einfach schöneren Musterverlauf hat. Theoretisch könnte ich aber die Taschen noch dranmachen, sollte ich mir das mal anders überlegen.


Wahrscheinlich wird es in diesem Jahr nicht mehr ganz viele Gelegenheiten geben um das Kleid noch zu tragen. Ich bin trotzdem total happy es genäht zu haben und freue mich schon jetzt auf die ersten warmen Tage im nächsten Jahr. Ab heute gibt es auch schon wieder die neue Herbst-/Winter-Schnittmusterkollektion von Named zu bestaunen und kaufen. Ja, der Herbst rückt heran und mit ihm das Thema der Herbstkleidung. Wie gut, dass der MeMadeMittwoch bestimmt viele Anregungen dazu liefern wird.

Mittwoch, 29. März 2017

MMM - Ich habe auch ein Tuuli genäht!

Immer wieder gibt es Schnitte, die eine große Welle machen. In letzter Zeit ist das eindeutig das
Tuuli V-neck Jersey Dress aus der Evolution Theory Kollektion von Named, das von vielen Bloggerinnen genäht und positiv bewertet wurde.

Schon als ich zum ersten Mal die Schnittmuster der Evolution Theory Kollektion - die ich insgesamt für sehr gelungen halte - gesehen habe, ist mir der Schnitt dieses Kleides positiv aufgefallen. Ich bin kein großer Fan von Jerseykleidern, vor allem dann nicht, wenn sie hauteng geschnitten sind. Bei diesem Kleid hat mir die Kombination aus dem eng anliegendem Oberteil und dem weiten Faltenrock sehr gut gefallen. Im Dezember gab es auf Instagram einen Weihnachtskalender von @namedclothing und fast jeden Tag ein oder sogar mehrere Schnittmuster zum günstigeren Preis. Da habe ich richtig zugeschlagen und einiges, unter anderem auch das Tuuli Kleid, erstanden. Mittlerweile besitze ich ganz viele Schnittmuster von Named, genäht habe ich jedoch noch nicht viel davon. Vielleicht würde auch dieses Kleid noch länger auf die Realisierung warten müssen, wenn nicht gerade in den Nähblogs Tuulis wie Pilze nach dem Regen schießen würden. Das eine schöner als das andere. Und da ich einen, wie mir schien, passenden Stoff schon zu Hause liegen hatte, habe ich mir jetzt auch ein Tuuli Kleid genäht.







Den Stoff habe ich schon vor zwei Jahren als Reststück bei Alfatex gekauft. Wie schon erwähnt, ist Jersey nicht mein Lieblingsmaterial, aber in diesem Fall fand ich das Muster und die Farben so schön, dass ich mich verführen lies. Die Qualität des Stoffs finde ich nur mittelmässig, recht dünn und in der Quer- und Längsrichtung stark dehnbar. Vielleicht aber urteile ich falsch, da diese Merkmale eben typisch für Viskosejerseys sind. Nichts­des­to­trotz habe ich damit immer Probleme. Wenn ich Kleidung aus Webstoff nähe, habe ich mittlerweile meine Routine. Ich habe eine Vorstellung, wie weit oder eng anliegend ich das Kleidungsstück haben möchte, ich messe das Schnittmuster an den relevanten Stellen und entscheide mich dementsprechend für eine bestimmet Größe. Bei Jerseys sieht das ganz anders aus. Die Dehnbarkeit, die vom Stoff zu Stoff stark variieren kann, lässt mich bei der Wahl der Größe immer verzweifeln. Und auf die Maßtabelle ist leider nicht immer Verlass, diese Erfahrung hat bestimmt schon jede, die näht gemacht.

Als ich bei dem Tuuli Schnittmuster vor der Wahl der passenden Größe stand, ging es mir nicht anders als sonst. Vergleicht man die Masse in der Größentabelle mit den Massen des fertigen Kleides - unten habe ich eine Zusammenstellung gemacht - sieht man, dass z. B. bei der Gr. 40 die Taille 5,5 cm negativ ease aufweist und die Brust sogar 11,5 cm ( Wie lautet eigentlich die deutsche Bezeichnung für "negativ ease"? Negative Bequemlichkeitszugabe? Oder gibt es dafür einen anderen Begriff? ). Das fand ich recht viel und wählte eine Größe größer, was sich dann als absolut richtig herausgestellt hat. In der Brust hätte ich sogar gerne noch ein bisschen mehr Weite gehabt. Das Palmenmuster ist an dieser Stelle so sehr auseinandergezogen, dass es dort ein wenig heller ist als an anderen Stellen.


Da der Jersey dünn und stretchig ist, habe ich das Kleid mit dehnbarem Futterstoff aus Viskose/Polyester Mischung gefüttert. Ich mag dieses Futter, weil es sehr leicht ist und nur in der Querrichtung dehnbar. Das Kleid wird dadurch nicht wesentlich schwerer und das Futter im Oberteil verhindert, dass der schwerer Faltenrock die Taille nach unten zieht. Im Oberteil habe ich das Futter an die Belege angenäht. Für den Futterrock habe ich den Rock vom Vogue 1351 genommen. Damit das Kleid in der Taille besser sitzt habe ich, wie in der Anleitung empfohlen, einen 5mm schmalen Gummi an die Taillennahtzugabe genäht. Das Oberteil habe ich ein bisschen verlängert, wobei sich später bei der Anprobe herausgestellt hat, dass nur das Vorderteil verlängert werden musste, die Länge des Rückenteils stimmte bei mir.



Ist die richtige Größe gefunden, geht das Nähen schnell vonstatten. Trotzdem werde ich wahrscheinlich in absehbarer Zeit kein weiteres Tuuli nähen. Es gibt einfach viel zu viele andere Schnittmuster, die ich gerne ausprobieren möchte.

Eine großartige Schnittmustersammlung und Inspirationsquelle bietet jedes Mal der wöchentliche MeMadeMittwoch-Treff. Die Gastbloggerin Ina zeigt heute einen schönen Midi Rock und den Schnitt könnte ich eigentlich sofort auf meine Nähliste setzen. Ist klar, dass dann keine Zeit für Schnittmusterwiederholungen bleibt, oder?

Mittwoch, 25. Mai 2016

Animalischer MMM

Hallo an alle Tierprint Liebhaberinnen. Obwohl meine freie Zeit im Moment knapp bemessen ist, den Motto-MeMadeMittwoch konnte ich einfach nicht ausfallen lassen. Bei heutigem MeMadeMittwoch dreht sich alles um das animalische Muster jeglicher Art und auch wenn mir das gar nicht so bewusst war, mag ich anscheinend solche Prints, denn in meinem Kleiderschrank findet sich einiges, das in diese Kategorie fällt.


Es ist aber nicht so, dass die Sachen nur im Schrank hängen, sondern ich ziehe sie auch alle gerne an. Dieses Kleid zum Beispiel, welches ich vor fast genau einem Jahr genäht habe, trage gerade - seitdem ich ein Oberteil gefunden habe, das mir dazu gefällt - fast ständig.


Ebenso dieses Kleid, das anlässlich des Bloggertreffens in Köln im letzten Herbst entstanden ist und seitdem zu meinen absoluten Lieblingen gehört. Leider wurde es hier im Blog noch nicht gezeigt, obwohl ich direkt nach dem Treffen schöne Herbstbilder gemacht habe. An den tollen Jerseystoff bin ich dank Wiebke von Kreuzberger Nähte gekommen, die so lieb ist und ständig tonnenweise schöne Stoffe vom Markt für andere schleppt.

(Plus Größen Schnitt, den ich auf meine Größe gradiert habe)
leider noch kein Blogpost

Auch diese Bluse, obwohl sie mittlerweile schon drei Jahre alt ist, ziehe ich immer noch gerne an.

Schnitt: Vogue 1323 

Leo, Schlangen und Co werden auch oft angezogen, da ist mir das ziemlich egal, welche Assoziationen man mit den Animalprints verbindet.

linkes Kleid

rechtes Kleid

Dieses Kleid in Pastelllila mit Möwen drauf ist für mich ein typisches Sommerkleid. Daher wartet es noch auf das sommerliche Wetter.
Es ist aber nicht so, dass ich heute nur altes Zeug zeigen möchte. Als ich vor einiger Zeit bei Buttinette einen schönen Viskosestoff mit Zugvögelmotiv entdeckte, dachte ich sofort an die "Pam" Bluse aus La Maison Victor Jan-Feb 2016. Als der Stoff bei mir antraf und er in Wirklichkeit noch schöner als auf den Bildern im Onlineshop aussah, machte ich für ihn sofort Werbung auf Instagram und später auch in befreundeten Nähkreisen :). Es freut mich sehr, dass heute zwei Mitglieder des MMM-Teams, Kleidungsstücke aus genau diesem Stoff zeigen! Hier ist das Kleid von Wiebke - Kreuzberger Nähte und hier die Bluse von Lucy - Nahtzugabe.

Meine "Pam" Bluse war auch schnell fertig, dann aber hängte sie ewig auf meiner Puppe. Mir fehlte ein passender Rock. Anfangs wusste ich auch nicht welche Rockform und welche Farbe mir zu der Bluse am besten gefallen würde, bis ich mich an das Vanamo Two-Piece Cocktail Dress von Named erinnerte, das ich schon vor einiger Zeit bei irgendeinem Sale gekauft habe. Ich finde, die Bluse und der Rock passen prima zusammen, aber schaut selbst:




Anscheinend haben viele auf so ein Schnittmuster wie die "Pam" Bluse nur gewartet, denn sie ist sehr beliebt und schon so oft besprochen - sogar heute bereits zweimal, hier und hier -, dass ich dem nicht viel hinzufügen muss. Mir passt der Schnitt sehr gut. Ich habe die Bluse mit einer Naht in der hinteren Mitte zugeschnitten und im oberen Rückenbereich ein bisschen verschmälert. Auch die Schleifenbänder habe ich ein wenig schmaler gemacht. Die Abnäher musste ich ein bisschen nach unten verlegen, und das war es.

Und der Rock? Die Saumlinie gefällt mir ausgesprochen gut, mit der Passform bin ich dagegen nicht 100% zufrieden. Das kann aber auch am Stoff liegen. Es ist ein recht dicker und fester Baumwolldoubleface, der sich - zumindest scheint mir so - beim Tragen, besonders im Po-Bereich ausgedehnt hat. Ich werde den Rock jetzt waschen und naher entscheiden, ob ich ihn noch enger machen soll. Da ich auch das zu dem Rock gehörende Oberteil nähen möchte, werde ich bei dieser Gelegenheit über das Schnittmuster noch genauer berichten.

Habt ihr auf den Fotos auch die noch nicht vernähten Tierprint-Stoffe entdeckt? Der heutige MeMadeMittwoch wird mir bestimmt jede Menge Inspirationen zur Verarbeitung liefern!